Die diesjährige Fahrt unserer Kantorei und des Instrumentalensembles vom 4. bis 7.Mai nach Rheinsberg
Erinnerungen an einen musikalischen Workshop
Die beste Zeit im Jahr ist mein,
da singen alle Vögelein...
Es war auch die beste Zeit für Chor und Instrumentalisten in diesem Jahr. Bis ins kleinste Detail ausgetüftelte Tagespläne ließen alle mit Stimme oder Instrument in unterschiedlichen Zusammensetzungen üben, üben, üben ... 2 Stunden vormittags, 2 Stunden nachmittags und 2 Stunden nach dem Abendessen! Mal nur die Frauenstimmen, mal nur die Männer-stimmen, die Streicher oder Bläser oder alle Gruppen in unterschiedlichen Mischungen arbeiteten intensiv und produktiv mit ihren musikalischen Vorlagen an den gestellten Aufgaben. Das Gästehaus der Musikakademie mit ihren Räumen ist wie geschaffen für eine solch differenzierte Art der Erarbeitung: Immer wieder neue kreative Kombinationen fördern die Auseinandersetzung mit der vorliegenden Musikliteratur. Als „Königsdisziplin“ erwies sich dabei die Kantate Nr. 100 „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ von J. S. Bach. Sehr gern gearbeitet haben alle aber auch an „Sicut Cervus“, dem Psalm 42 in der Vertonung von Palestrina, und an der nicht ganz einfachen, sondern dreistimmigen Choral-bearbeitung „Sollt ich meinem Gott nicht singen“, mit dem bekannten Text von Paul Gerhardt aus EG 325, Satz: Bruno Sommhammer. Die Kantorei der J.-S.- Bach-Gemeinde ist froh, einen Kantor zu haben, der manchmal auch selbst komponiert, und ist stolz, seine Werke singen und spielen zu dürfen.
...Himmel und Erde ist der voll,
viel gut Gesang da lautet wohl.
Viel gut Gesang! Und welch steiler Weg dorthin! Es ist nicht leicht, gleichzeitig auf den Nachbarn, das Instrument, den Einsatz zu hören, dabei den Rhythmus aufzunehmen – ja, auch durch schnödes Zählen – in die Noten zu gucken und den Dirigenten voll im Blick zu haben. Und noch richtig zu singen oder zu spielen!
Bruno Sommhammer und Nicole Böll-Bartetzko wendeten mit ihrer umsichtigen, musikalisch hoch qualifizierten, aber auch menschlich einfühlsamen Leitung manche Verzweiflung in erneute Motivation. Das Singen und Musizieren näherte sich in kleinen Schritten den Vorstellungen des Kantors. Näherte sich ...
Voran die liebe Nachtigall
macht alles fröhlich überall...
Sie war wirklich zu hören! Bei ganz frühen ornithologischen Wanderungen mit Herrn Professor Sudhaus sang sie beschwingt im Verein mit Goldhähnchen, Mönchgras-mücke und anderen Artgenossen. Welch ein Erlebnis unter kundiger Führung! Der perfekten organisatorischen Vorbereitung von Evi Sommhammer verdanken wir auch bewusst eingeplante Pausen, die uns ein Atemholen gewährten und in diesen wunderbaren Frühlingstagen Natur und musikalische Gestaltung in intensiver Verbindung erleben ließen. Den gemütlichen und wohlverdienten Ausklang unserer intensiven Probenarbeit fanden wir dann am Sonnabend Nachmittag in der alten, gastfreundlichen Oberförsterei Zechliner Hütte und bei der abendlichen Opern/ein- und -aufführung im Rheins-berger Schlosstheater.
...mit ihrem lieblichen Gesang,
des muss sie haben immer Dank.
Allen, die sich engagiert haben bei der Vorbereitung und Durchführung der Fahrt der J. S. Bach – Kantorei, sei herzlich gedankt.
Und noch einige Anmerkungen: Die bearbeitete Musikliteratur konnte aus Spenden der Gemeinde, des Förder-vereins und der Konzertbesucher gekauft werden. Ihnen gebührt Dank dafür. Sämtliche Kosten für die Fahrt haben alle Teilnehmer selbst aufgebracht.
Singen Sie mit uns! Spielen Sie mit uns! Der Chor und die Instrumentalgruppe sind kulturelle Merkmale der J.-S.-Bach-Gemeinde. Diese musikalische Arbeit ist aber auch eine große individuelle Bereicherung eines jeden Einzelnen. Barbara Seelig