Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. (1. Johannes, 4,16)



Dies ist einer der schönsten Bibelverse, die wir kennen – wenn nicht sogar der Schönste überhaupt. Er bringt einen wichtigen Teil der christlichen Botschaft auf den Punkt.

Gott ist die Liebe zu allem, was existiert und wer es schafft, selbst diese Liebe zu empfinden und daraus zu handeln, der ist eng mit Gott verbunden und lebt Gottes Vision für die Schöpfung.Und das sollte unser Ziel sein. Liebe beschreibt hier für mich kein Gefühl, sondern eine Grundhaltung gegenüber des gesamten Seins. Im Bibelvers klingt es so, als würde man fast mit Gott verschmelzen, wenn man es schafft, im Modus der Liebe zu leben. Ich stelle mir vor, dass das ein unbeschreiblich schöner, befreiter und perfekter Zustand sein muss. Vielleicht ist das der Zustand, der in anderen Religionen mit dem Begriff „Erleuchtung“ beschrieben wird.

Krieg, Terror, Anfeindungen, Ungerechtigkeit, Streit, Umweltverschmutzung, Ausbeutung.... all das gäbe es, denke ich, nicht, wenn jeder Mensch zu jeder Zeit aus der Grundhaltung der Liebe, die alles umfasst, handeln könnte. Dann würde jeder auf jeden in Frieden zugehen, wir würden Tiere und Umwelt mit Respekt behandeln, faire Löhne zahlen, Waffen abschaffen und jedem gleiche Freiheiten gewähren. Eine perfekte Welt könnte das sein.

Schade nur, dass es uns Menschen eher selten gelingt so eine allumfassende Art von Liebe zu spüren und zu leben. - Jedenfalls geht es mir so. - Warum? - Schwierige Frage! Ich habe meine Antwortversuche schon fünfmal geschrieben und wieder gelöscht. Es gibt so viele Faktoren. Es fällt uns sehr schwer alles im Blick zu haben und gleichermaßen zu wertschätzen und zu lieben; besonders, wenn es um diejenigen geht, die wir nicht so gut leiden können, oder denen gegenüber wir sogar Hass empfinden.
Wir müssen uns immer wieder bemühen, um in die Grundhaltung der Liebe zu finden und brauchen dazu Gottes Hilfe. Vor jedem Handeln müssen wir uns fragen: „Was würde die Liebe tun? Was würde Gott tun? Was würde Jesus tun?“ Und dann müssen wir die Antworten in die Tat umsetzen. Das kann viel Kraft und Überwindung brauchen, aber das ist es, wozu uns unser christlicher Glaube verpflichtet, wenn wir ihn ernst nehmen. Und je mehr wir Gottes Liebe annehmen können und merken, dass wir von ihm bedingungslos geliebt, wertgeschätzt und angenommen sind, um so einfacher wird es vermutlich werden, diese Liebe weiterzugeben. Wir können dann in uns und in Gott ruhen und Gottes Liebe in uns wirken lassen. Diese Erkenntnis und Gelassenheit wünsche ich uns.

Georgia Washington