Eine Chance für die Müllkinder



Informationen zur diesjährigen Sammlung für Brot für die Welt in unserer Gemeinde

Aus den Vorschlägen für die diesjährige Tütensammlung für „Brot für die Welt hat der Gemeindekirchenrat das Projekt "Eine Chance für die Müllkinder" in Mosambik ausgewählt und zur besonderen Unterstützung durch unsere Gemeinde empfohlen. Projektträger ist Renascer – Organização Moçambicana de Apoio a Integração Social da Criança (OMAC) und Brot für die Welt unterstützt das Projekt mit insgesamt 360.000 Euro. Der GKR bittet Sie sehr herzlich um Spenden für diese Aktion. Spendentüten der Brot für die Welt Aktion finden Sie im Foyer des Gemeindehauses, der Kirche und in den Gottesdienstzetteln der Adventsgottesdienste. Sie können die Tüten in den Kollektenbeutel tun oder in der Küsterei abgeben.

Pfarrerin Brigitte Schöne

 

Eine Chance für die Müllkinder

Hulene, das ist das Dreckloch von Maputo. Was die Einwohner der Hauptstadt wegwerfen, landet hier, auf der einzigen Müllkippe der Millionenstadt. Sie sollte schon längst geschlossen sein, aber die Stadtverwaltung schafft es nicht, eine neue Deponie auszuweisen.

Derweil durchsuchen Menschen den Müllberg von Hulene nach Verwertbarem, Menschen wie Julieta Mazivila. Wenn die Müllwagen abgeladen haben, stochert die 42-Jährige mit einem Haken nach Plastik und Metall, Glas und Karton. „Ich brauche eben jeden Cent, um für die Kinder zu sorgen“, sagt sie.

Wenn sich die ersten Sonnenstrahlen durch den Morgendunst kämpfen, haben Julietas Kinder Beatriz und Cândido, Etelvina und Francisco ihre dünnen Matratzen längst beiseite geräumt, den Boden gefegt und Maisbrei für das Frühstück angerührt. Ihre Mutter ist gerade rechtzeitig vom Müllsammeln zurück, um die vier zur Schule zu schicken. „Nach dem Unterricht geht ihr ins Sozialzentrum“, weist sie die Kinder an. „Können wir nicht gleich dorthin?“, versucht es Etelvina, aber Schule geht vor.

„Centro Renascer“ (Neuanfang) heißt das Zentrum, das die Hilfsorganisation Renas-cer-OMAC betreibt. Ihre Mitarbeitenden sorgen mit unzähligen Hausbesuchen dafür, dass fast alle Mädchen und Jungen aus dem Umfeld der Müllkippe in die Schule gehen. Vor einigen Jahren noch haben viele Kinder beim Sortieren des Abfalls geholfen. Heute ist das anders. Nach der Schule gehen viele von ihnen ins Sozialzentrum, einer Kombination aus Kindertagesstätte, Lernort, Spielplatz und Ausbildungsstätte.

Drei Sozialarbeiterinnen kümmern sich im Zentrum um sie. Jedes Kind hat eine eigene Akte, in der Defizite beim Lernen notiert und Fördermaßnahmen festgelegt werden. Zudem erhalten die Mädchen und Jungen ein warmes Mittagessen – für manche die einzige Mahlzeit am Tag. Und die Älteren können eine Ausbildung im Metallbau, Schneidern oder Korbflechten machen. Wichtiger noch: Sie alle bekommen Zuwendung. „Wir sind ein Schutzraum, in dem sich die Kinder zu Hause fühlen“, sagt Carolina Matavele, die Direktorin von Renascer-OMAC.

Helge Bendl

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter: www.brot-fuer-die-welt.de/projekte/mosambik-bildung