Geistliche Angebote



Psalm, Andacht, Lieder und Fürbittengebet von Pfarrerin Brigitte Schöne und Lektorin Katja Tobolewski

 

 

Lied

Wie lieblich ist der Maien (EG 501)

Wie lieblich ist der Maien
aus lauter Gottesgüt,
des sich die Menschen freuen,
weil alles grünt und blüht.
Die Tier sieht man jetzt springen
Mit Lust auf grüner Weid,
die Vöglein hört man singen,
die loben Gott mit Freud.

Herr, dir sei Lob und Ehre
für solche Gaben dein!
Die Blüt zur Frucht vermehre,
lass sie ersprießlich sein.
Es steht in deinen Händen,
dein Macht und Güt ist groß;
drum wollst du von uns wenden
Mehltau, Frost, Reif und Schloss'.

Herr, lass die Sonne blicken
ins finstre Herze mein,
damit sich's möge schicken,
fröhlich im Geist zu sein,
die größte Lust zu haben
allein an deinem Wort,
das mich im Kreuz kann laben
und weist des Himmels Pfort.

Mein Arbeit hilf vollbringen
zu Lob dem Namen dein
und lass mir wohl gelingen,
im Geist fruchtbar zu sein;
die Blümlein lass aufgehen
von Tugend mancherlei,
damit ich mög bestehen
und nicht verwerflich sei.

Liedbegleitung von unserer Kirchenmusikerin Nadine Klusacsek: 

 

Am Himmelfahrtstag Andacht zu feiern ist gut. Sie am Himmelfahrtstag draußen zu feiern ist noch viel besser: Denn wie sonst könnten wir den Blick weiten. Nur draußen haben wir den Himmel wirklich vor Augen!!! Darum geht es heute: Den Himmel ins Auge fassen und dadurch der Erde und dem Erdengeschehen Hoffnung verleihen. Denn Jesus entzog sich dem Blick der Jünger und – wie es heißt – „fuhr auf in den Himmel“. Jesus entzog sich dem Blick der Menschen. Er ist weg. Und nun? Berühren sich dann noch Himmel und Erde? Hören wir auf die biblischen Worte. Lassen wir uns in der Mediation berühren.

 

Psalm 47

Schlagt froh in die Hände, alle Völker,
und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!
Denn der Herr, der Allerhöchste, ist zu fürchten,
ein großer König über die ganze Erde.
Er zwingt die Völker unter uns
und Völkerschaften unter unsere Füße.
Er erwählt uns unser Erbteil,
die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt. SELA.
Gott fährt auf unter Jauchzen,
der Herr beim Schall der Posaune.
Lobsinget, lobsinget Gott,
lobsinget, lobsinget unserm Könige!
Denn Gott ist König über die ganze Erde;
lobsinget ihm mit Psalmen!
Gott ist König über die Völker,
Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.
Die Fürsten der Völker sind versammelt
als Volk des Gottes Abrahams; denn Gott gehören die Schilde auf Erden; er ist hoch erhaben.

 

Evangelium

Die Tränen des Karfreitags sind getrocknet.
Der Jubel über das leere Grab erklingt noch.
Aber vierzig Tage nach Ostern
Ist nun wirklich Zeit des Abschieds.
Jesus geht
und hinterlässt
Versprechen und Segen.
Hört von der Himmelfahrt wie sie der Evangelist Lukas erzählt (Lk 24, 50-53).
Es sind die letzten Worte seines Evangeliums.

Er führte sie aber hinaus bis nach Bethanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

 

Andacht

Liebe Leserinnen und Leser, „Jesus schied von ihnen und fuhr auf gen Himmel“ – schreibt Lukas. Wir haben es schwer, uns das vorzustellen. Während einer Reise in den Masuren habe ich Kirchen gesehen, in denen an der Kirchendecke Füße gemalt waren. Das Bild über den Köpfen sollte Jesu Füße darstellen. Jesus auf dem Weg in den Himmel – gerade noch an den Schuhen zu erkennen. Die Himmelfahrt Jesu – das ist und bleibt schwierig. Aber nur, wenn wir es mit unserem Verstand begreifen wollen. Versuchen wir es mal mit unserem Glauben. Glaube setzt vielmehr auf Vertrauen. Auf das Vertrauen, dass Jesus jetzt bei Gott ist. Und dass mit Jesus eine Verbindung da ist zwischen Himmel und Erde.

Jesus war ein Stück Himmel auf der Erde. Das haben so viele gespürt, erfahren, gemerkt, als sie ihn erlebten, als sie mit ihm waren. Er hat die Menschen angesehen - und sie fühlten sich gesehen, so wie sie waren und auch so, wie sie gern sein wollten. Er hat die Menschen berührt - und sie fühlten sich geheilt.
Er hat den Menschen zugehört – die Menschen spürten beim Reden, wie sie weiterkamen mit ihren Nöten und ungelösten Problemen. Jesus war ein Segen für so viele.

Deshalb war es ja auch so bitter, als er sterben musste. Deshalb war es so schwer, ohne ihn weiterzuleben.

Aber dann nahmen sie ihn wieder wahr, mitten unter sich. Die Jünger auf dem Weg nach Emmaus dachten zunächst, sie begegneten einem Fremden. Dann gingen sie zusammen mit diesem Mann, und dann aßen sie miteinander zu Abend. Und da fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen: Jesus ist unter ihnen. Jesus war ein Stück vom Himmel auf Erden. Jesus öffnete den Blick für eine Welt, wie Gott sie hier auf Erden will. Mit Jesus wurde etwas von Gottes Welt auf Erden wirklich und wahr. Nun aber – mit der „Fahrt in den Himmel“/ der Himmelfahrt – soll Jesus nun wirklich nicht mehr da sein?

Die Jüngerinnen und Jünger – so schreibt Lukas – waren nach der Himmelfahrt super gut drauf. Sie waren guter Dinge, denn von ihnen können wir lesen: Sie „beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott“. Das klingt eher nach innerer Sicherheit, Klarheit und Zukunft. Ich denke, sie waren sich über etwas völlig sicher. Sie waren sich sicher, dass mit Jesus der Himmel auf Erden nicht nur war, sondern nun für immer bleiben würde.
Sie waren voller Vertrauen.

Denn „Himmel auf Erden“, das ist: Wenn eine betet. Wenn sie sagt: „Gott, hilf mir. Und sei auch mit anderen, die deine Hilfe brauchen“. Der Himmel ist, wenn wir Vertrauen haben in Gott.

Himmel auf Erden ist, wenn einer sagt: Ich habe dir gern geholfen. Oder jemand anderes: Verzeihe mir!
Wo eine weint und eine andere tröstet.
Wo ein Mensch krank ist und ein anderer besucht ihn.
Wo Menschen auf Gottes Wort hören.
Wo Menschen von Gott hören, an ihn denken, aus ihm leben, von ihm erzählen, auf ihn vertrauen….

Wir werden nachher etwas Wunderbares tun: Wir werden weiße Tauben in den Himmel fliegen lassen. Herr L. ist mit seinen Tauben gekommen.
Die Vögel werden sich, sobald der Korb geöffnet wird, in den Himmel erheben und einfach wegfliegen. Doch wir wissen: Sie sind da irgendwo. Sie fliegen da irgendwo, auch wenn wir sie nicht mehr sehen. Sie fliegen nach Hause. Irgendwie war es doch so auch mit Jesus.

Die Taube ist ein uraltes Symbol. Die Taube ist das Zeichen des Heiligen Geistes, jenes Geistes, der uns fest untereinander und fest mit Gott und Jesus Christus verbindet. Eine Taube steht für das Wort Gottes, welches heißt: Ich bin alle Tage bei euch. Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und ihr werdet meine Zeugen sein.

Himmel auf Erden. Ja, Jesus ist entschwunden, aber „Sein Himmel“ ist auf Erden, kommt immer wieder neu und wird bleiben alle Tage bis an der Welt Ende.

Amen

 

Fürbittengebet

Wir heben nicht ab zum Himmel, aber wir erleben, was Himmelfahrt heißt: der Himmel ist der Erde nahe.

Beten wir:

Guter Gott,
unser Leben ist manchmal wie der Himmel und manchmal auch eine Hölle.
Wir wollen dankbar sein für die guten Tage, für allen Reichtum, den wir erleben an Liebe und Freundschaft und Wohlsein. Wir sind dankbar, dass wir in einem Land leben, dass uns viel Sicherheit gibt für Leib und Leben.

Wir hoffen darauf, dass sich dein Himmel über uns ausbreitet Tag für Tag.
Dass wir beieinanderbleiben, dass wir einander Brüder und Schwestern sind.
Dass wir die Kranken begleiten und die Traurigen stärken.
Dass wir deine Frohe Botschaft sagen und leben.
Dass in das Dunkle das Licht von Hoffnung und Leben kommt.

Gott, möge sich dein Himmel ausbreiten auf alle,
die sich verabschieden mussten von geliebten Menschen,
die sich Sorgen machen um sich und die Liebsten.
die unter der Last von Schuld schwer tragen.

Gott, möge sich dein Himmel ausbreiten auf alle Väter und ihre Kinder.
Himmelfahrtstag ist Vatertag. So mögen die Väter und ihre Töchter und Söhne einen himmlischen Tag miteinander verbringen.

Vater unser im Himmel…

 

Lied 

Meine Hoffnung und meine Freude (Singt Jubilate 143)

Meine Hoffnung und meine Freude,
meine Stärke, mein Licht:
Christus meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht,
auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

 

Segen

Gott segne Sie und er behüte Sie.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über Ihnen und sei Ihnen gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf Sie und gebe Ihnen Frieden.

Während der Andacht in der Bachgemeinde haben wir an dieser Stelle eine Überraschung:
Wo berühren sich Himmel und Erde?
Wir sind sicher: Es sind unsere Gebete, die Himmel und Erde verbinden.
Und ganz sichtbar sind es auch wunderbare Geschöpfe Gottes - die Vögel!
So haben wir heute weiße Tauben hier - und wir wollen sie jetzt fliegen lassen.
Denn sie sind ein wunderbares Symbol für die Verbindung von Himmel und Erde!

Biite klicken Sie auf das Bild für das Video: 

 

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre Brigitte Schöne und Katja Tobolewski

 

Information zur Kollekte

Seit Jahren unterstützen wir ein Hospital in den Bergen Nepals. Das Krankenhaus hat sich zum wichtigsten Krankenhaus der Region entwickelt.

Das Krankenhaus bittet derzeit dringend um Hilfe!

Aufgrund der Pandemie gibt es derzeit in Nepal einen strengen Lockdown; Transporte dürfen nicht mehr stattfinden und so fehlt es inzwischen an allem: Nahrungsmittel, Medikamente, Wasservorräte Treibstoff für den Generator. Das Krankenhaus schreibt: „Die Menschen hier befürchten, dass sie bald hungern müssen. Bitte betet für uns!“
Im Krankenhaus Chaurjahari wird zurzeit eine Isolierstation für Corona-Patienten eingerichtet; die Lage ist angespannt.
Und da viele Patienten mit „leichten“ Symptomen aus Angst vor Ansteckung fernbleiben, steht das Krankenhaus vor großen wirtschaftlichen Problemen: Sie können die Gehälter der Mitarbeitenden demnächst nicht mehr bezahlen. „Bitte beten Sie für uns - und helfen Sie mit einer Spende!“ (Gossner Mission, Berlin, 11.05.2020)

Spenden bitte an:

Johann-Sebastian-Bach-Kirchengemeinde
IBAN: DE34 5206 0410 1803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Zweck: Hospital in Nepal