Geistliche Angebote



Psalm, Musik, Andacht und Fürbittengebet von Lektorin Katja Tobolewski und Sabine Erdmann (Orgel)

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Wochenspruch

Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.
Jeremia 17, 14

Lied

Gott lob der Sonntag kommt herbei (EG 162)

Gott Lob, der Sonntag kommt herbei, die Woche wird nun wieder neu.
Heut hat mein Gott das Licht gemacht, mein Heil hat mir das Leben bracht.
Halleluja.

Das ist der Tag, da Jesus Christ vom Tod für mich erstanden ist
und schenkt mir die Gerechtigkeit, Trost, Leben, Heil und Seligkeit.
Halleluja.

Das ist der rechte Sonnentag, da man sich nicht g'nug freuen mag,
da wir mit Gott versöhnet sind, dass nun ein Christ heißt Gottes Kind.
Halleluja.

Mein Gott, lass mir dein Lebenswort, führ mich zur Himmelsehrenpfort,
lass mich hier leben heiliglich und dir lobsingen ewiglich.
Halleluja.

Psalm 32

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind,
dem die Sünde bedeckt ist!
Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet,
in dessen Geist kein Falsch ist!
Denn da ich es wollte verschweigen,
verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.
Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir,
dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird.
Darum bekannte ich dir meine Sünde,
und meine Schuld verhehlte ich nicht.
Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen.
Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.
Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten
zur Zeit der Angst;
darum, wenn große Wasserfluten kommen,
werden sie nicht an sie gelangen.
Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten,
dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann.

Gebet

Komm du uns nahe, Gott, mit deiner Gerechtigkeit.
Komm mit deiner befreienden Kraft, die Verschlossenes öffnet.
Komm mit deiner Wärme, die wohltut und heilt,
dass wir aus uns herausgehen können
und einander offen begegnen.
Dazu hilf uns um deiner Liebe willen.
Amen.

Evangelium

Markus 2, 1-12

Und nach etlichen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass er im Hause war. Und es versammelten sich viele, sodass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort. Und es kamen einige, die brachten zu ihm einen Gelähmten, von vieren getragen. Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, gruben es auf und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Es saßen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen: Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? Und Jesus erkannte alsbald in seinem Geist, dass sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin? Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden – sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! Und er stand auf und nahm sogleich sein Bett und ging hinaus vor aller Augen, sodass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben solches noch nie gesehen.

Lied

Da wohnt ein Sehnen (SJ 128)

Da wohnt ein Sehnen tief in uns,
o Gott, nach dir, dich zu seh,
dir nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst
nach Glück, nach Liebe,
wie nur du sie gibst.

Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir.
In Sorge, im Schmerz
sei da, sei uns nahe Gott.
Da wohnt ein Sehnen...

Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir.
In Ohnmacht, in Furcht, sei da, sei uns nahe Gott.
Da wohnt ein Sehnen...

Um Heilung, um Ganzsein, um Zukunft bitten wir.
In Krankheit, im Tod
sei da, sei uns nahe Gott.
Da wohnt ein Sehnen...

Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir.
Wir hoffen auf dich
sei da, sei nahe Gott.
Da wohnt ein Sehnen...

Gedanken zum Sonntag

Epheser 4, 22-32

Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen und gebt nicht Raum dem Teufel. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann. Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören. Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

Wäre dieser Schreiber doch ein bisschen pädagogischer gebildet, dann hätte er vielleicht auf die vielen Imperative verzichtet. So ärgern die mich und verhindern beinahe, dass ich höre, was er mir eigentlich zu sagen hat. Wenn ich aber hinhöre, dann würde ich vielleicht hören, wie er erzählt von seinem Traum, wie die Menschen in der Gemeinde immer weiter an ihrem Christ-Sein arbeiten. Und ich würde hören, wie er mich einlädt, daran teilzunehmen. Das vergessen wir manchmal, dass ein Imperativ auch eine Einladung sein kann. Wenn ich zu einem Gast sage: Setz dich!, ist das eben kein Befehl, sondern eine Einladung. So lädt der Schreiber seine Leserinnen und Leser ein. So lädt er auch uns ein. Wir dürfen ausprobieren, was sich alles verändern kann, wenn wir nur immer wieder daran denken, dass wir getauft sind, dass wir zur Gemeinde des Herrn Jesus Christus gehören. Der Hintergrund unseres Briefes an die Gemeinde in Ephesus ist der, dass das Leben Christi schon eine Weile zurückliegt und das auch der Apostel Paulus längst Geschichte ist. Nun regiert der Alltag. Die Gemeinde wächst, es geht ihr gut. Aber manche Gemeindeglieder spüren auch, dass das Besondere, das, was die Gemeinde von Beginn an ausgezeichnet hat, langsam blasser wird. Die Unterschiede zu anderen Religionen und Gruppierungen werden immer undeutlicher. Hier will unser Schreiber Mut machen, zu mehr Deutlichkeit. Es geht im Kern darum, dass wir uns immer wieder erinnern lassen, getauft zu sein. Und dass wir uns daran erinnern lassen als Gemeinde. Wir taufen Menschen, meistens als Kinder, und wir übernehmen eine Verantwortung dafür, dass wir sie begleiten, ihnen helfen zu lernen, dass Leben mehr ist als Essen und Trinken. Was das bedeutet, davon erzählt der Epheserbrief in seinen einfachen Anweisungen, die so selbstverständlich klingen, dass wir die Herausforderung nicht unbedingt sofort sehen können.

Keine Lüge, keinen Zorn, keinen Diebstahl, das klingt doch alles nett und ist gleichzeitig eine dicke Herausforderung. Ich muss nur meinen Alltag beobachten, wie oft ich aufbrause, zornig werde, wie leicht ich wichtige Termine vorgebe, anstatt zu sagen ‚ich mag nicht‘. Wenn ich ehrlich mit mir selber bin, sind auch die leichtesten Herausforderungen manchmal zu viel für meine schwache Moral. Ich gebe Versuchungen in  meinem Alltag manchmal allzu leicht nach und manchmal bemerke ich das nicht einmal. Darum lädt mich der Epheserbrief immer neu dazu ein, mein Verhalten auf den Prüfstand zu stellen, mich selber zu überprüfen: Inwiefern passt mein Verhalten noch zu meinen Standards oder dienen diese Standards nur dazu, andere zu beurteilen und gegebenenfalls zu verurteilen? Bin ich vielleicht auch dort, wo die EmpfängerInnen dieses Briefes sind? Es läuft doch – egal wie. Ein Vers hat mir in unserem Gesamtzusammenhang besonders gut gefallen, weil er besonders gut ausdrückt, was für mich heute besonders wichtig sein könnte: "Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören." Drastisch spricht der Autor mich an: Öfter mal die Klappe halten! Und ich spüre, wie oft ich rede, ohne zu wissen, wie oft ich Gerüchte verbreite oder Vorurteile, wie oft ich über Menschen rede, statt mit ihnen. Natürlich erlebe ich das immer wieder, dass Menschen sich nichts mehr zu sagen haben, wenn sie aufhören über Andere schlecht zu reden. Aber vielleicht liegt hier genau ein Lernfeld für uns gemeinsam als Gemeinde der Getauften. Dass wir lernen, miteinander zu reden und zu handeln, nicht um Menschen zu verletzen, nicht um uns selber große zu machen, sondern um Gemeinschaft zu bauen, die niemanden ausgrenzt.

Ich bin getauft, das heißt Gott hat sich zu mir bekannt – und ich will dieses Ja zu Gott, dass die PatInnen bei meiner Taufe stellvertretend gesprochen haben, täglich wiederholen. Dazu reicht es nicht, dieses Ja zu sprechen, sondern es muss auch mit diesem Ja gelebt werden. Meine Taten, mein Reden und Schweigen, mein Handeln und mein Nichtstun, müssen standhalten vor dem Anspruch meines Gewissens, das mir sagt, was richtig ist und was falsch. Wer weiß schon ganz genau, wie sich unser Leben verändern würde, wenn wir alles tun, dass unsere Worte nützen und niemandem schaden. Wenn ich darauf achte, dass ich niemanden kränke, sei er nun anwesend oder zufällig nicht. Vielleicht könnten wir eine ganz neue Lebensqualität gewinnen, wenn wir damit anfangen, gut zu reden über unsere Mitmenschen, auch über die, die uns nicht so sympathisch sind. Unser Reden über Andere kann auch uns verändern, wenn es uns hilft, das Gute in allen Menschen zu sehen.

Fürbittengebet

Die Welt, in der wir leben, Gott –
so oft verstehen wir sie nicht. Wir leiden
unter ihren Widersprüchen, ihrer Zerrissenheit,
ihren Abgründen. Etwas stimmt nicht mit uns und unserer Wirklichkeit.
Aber wir hoffen auf dich und bitten:
Heile du uns, HERR, so werden wir heil.
Hilf du uns, so ist uns geholfen.

Heile, HERR, die Wunden der Ungerechtigkeit,
die Ohnmacht der Armen und die Hybris der Reichen.
Wir werden still vor dir.

Heile, HERR, das Fieber der Welt,
das Sterben der Tiere und Pflanzen neben uns,
die entfesselte Ausbeutung der Natur.

Heile, HERR, die Verletzungen durch Lüge,
das zerstörte Vertrauen, die entwerteten Worte.

Heile, HERR, die Ursachen und Folgen von Gewalt
in Worten und Taten, das Leid der Opfer.

Heile, HERR, die Menschen, die in sich selbst verschlossen sind,
taub für deine Stimme, blind für deine Winke.

Heile unsere Kranken und Sterbenden
in ihrer Angst und in ihren Schmerzen.

Heile alle, die Abschied nehmen müssen,
die an Brüchen, Abbrüchen und vor einer Leere stehen,
wo kein Fortgang für sie denkbar ist, nur ein Fallen.

Heile alle, die an keine Heilung glauben,
die aufgeben,
die verzweifelt oder zynisch oder verstummt sind.

Heile du uns, HERR, so werden wir heil.
Hilf du uns, so ist uns geholfen.
Heile unsere versehrte Welt und uns,
dass wir mit dir und als deine Geschöpfe
dein kommendes Heil wachsen lassen.
Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und Leben schafft
in Ewigkeit.

Gebet

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Amen.

Informationen

Am kommenden Sonntag, den 25.10.2020 feiern wir um 10 Uhr Gottesdienst in der Kirche mit Pfarrer Ost und Alain Brun-Cosmé an der Orgel.

Kollektensammlung

Die Kollekte ist bestimmt für die Bildungsarbeit in der Evangelischen Gossner Kirche in Indien. In der Bethesda Highschool in Tezpur im Nordosten Indiens fördern Lehrerinnen und Lehrer die Kinder der Armen und ermöglichen ihnen einen Schulabschluss. Die Klassenräume  sind jedoch erbärmlich. Bambuswände und Lehmböden machen den Unterricht in der Regenzeit unmöglich. Die Gossner Mission ermöglicht mit Ihrer Unterstützung den Neubau von Klassenräumen. Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.gossner-mission.de
 
Ebenso sammeln wir für die vielfältige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die in der Johann-Sebastian-Bach-Kirchengemeinde geleistet wird. Bitte unterstützen Sie diese Arbeit.

Spendenkonto: IBAN: DE34 5206 0410 1803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Kennwort: Kollekte 18.10.2020

Wir leiten Ihre Kollekte ggf. weiter. Gern senden wir Ihnen auch eine Spendenbescheinigung zu.