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Psalm, Gebete und Gedanken von Pfarrerin Brigitte Schöne

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Frieden jetzt!

Liebe Leserinnen und Leser,
"Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen." Matthäus 5,9
So heißt es im biblischen Vers für diesen heutigen Sonntag und die kommende Woche.
Frieden! Ja, Frieden ersehnen wir so sehr für unsere Welt und auch für uns selbst in unseren vielfältigen Beziehungen.
Möge doch manches anders werden und Frieden einkehren.
Wir bitten Gott um Erneuerung und wissen zugleich, vieles legt uns Gott in unsere eigenen Hände.
Das Friedensreich, das Gottesreich wird kommen – so ist es verheißen. Und es ist jetzt schon zu erkennen. In dieser Spannung leben wir.

♪ Lied: Mein erst Gefühl sei Preis und Dank EG 451, 1.4-6


 Text: Christian Fürchtegott Gellert (1757), Melodie: Nürnberg (1580), Michael Praetorius (1610)

1) Mein erst Gefühl sei Preis und Dank;
erheb ihn, meine Seele!
Der Herr hört deinen Lobgesang,
lobsing ihm, meine Seele!

4) Gelobet seist du, Gott der Macht,
gelobt sei deine Treue,
dass ich nach einer sanften Nacht
mich dieses Tags erfreue.

5) Nimm meines Lebens gnädig wahr,
auf dich hofft meine Seele;

sei mir ein Retter in Gefahr,
ein Vater, wenn ich fehle.

6) Lass deinen Segen auf mir ruhn,
mich deine Wege wallen,
und lehre du mich selber tun
nach deinem Wohlgefallen.

Beten wir zu Beginn des Gottesdienstes mit den Worten des Psalm 85.


Psalm 85, 9-14

Ich will hören, was Gott zu sagen hat.

Der Herr redet vom Frieden.
Er verspricht ihn seinem Volk und seinen Frommen.
Doch sie sollen nicht mehr zurückkehren
zu den Dummheiten der Vergangenheit!

Ja, seine Hilfe ist denen nahe, die zu ihm gehören.

Dann wohnt seine Herrlichkeit wieder in unserem Land:
Güte und Treue finden zueinander.
Gerechtigkeit und Frieden küssen sich.
Treue wächst aus der Erde empor.
Gerechtigkeit scheint vom Himmel herab.
Auch schenkt uns der Herr viel Gutes,
und unser Land gibt seinen Ertrag dazu.
Gerechtigkeit zieht vor ihm her
und bestimmt die Richtung seiner Schritte.

(Übersetzung: BasisBibel)

Gebet:

Gott,
wir warten auf dein Erscheinen mitten unter uns,
mitten in unserem Alltag.
Wir bitten: Heilige du unsere Zeit. Führe du uns zur Quelle deiner Kraft.
Werde spürbar für uns mit deiner Nähe jetzt und alle Tage. Amen

Liebe Leserinnen und Leser,
immer wieder haben Christen versucht, das Ende der Welt zu berechnen. Jesus weist solche Versuche zurück. Die Herrschaft Gottes hat verborgen begonnen – darum gilt es, jederzeit bereit zu sein, auf sein Wort zu hören.
Lesen Sie das Evangelium für den heutigen Sonntag im
Lukasevangelium im 17. Kapitel, Verse 20-24.
Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da! Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.
Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da!, oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft nicht hinterher!
Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein.
Ehr sei dir o Herr - Lob sei dir o Christ.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

♪ Lied: Jubilate 128 Da wohnt ein Sehnen tief in uns
https://www.youtube.com/watch?v=L0-t1usQ-fo


Gedanken zum Sonntag zum Psalm 85

Liebe Gemeinde,
inzwischen können wir schon auf ihn warten. Seit einigen Monaten sucht uns ein Mann in der Gemeinde auf und bittet um Unterstützung. Die Kinder der Kita kennen ihn schon länger als wir. Sie nennen ihn den „Tütenmann“, denn wegen der Tüten ist er ihnen aufgefallen. Viele Tüten hat er. Gar nicht voll, nur zahlreich, weil sie wie ein Schubladensystem die einzelnen Dinge sortieren.
Inzwischen können wir schon auf ihn warten, denn er kommt nun regelmäßig. Selten ging er ohne etwas aus der Gemeinde weg und das hat er nicht vergessen.
Wer einem geholfen hat, an den erinnert man sich. Besonders dann, wenn Hilfe wieder von Nöten ist.

Das wird wohl schon immer so gewesen sein in der Geschichte der Menschheit. Das gehört zu uns Menschen. Also lesen wir von so einem Erinnern auch in einem biblischen Gebet – in einem Psalm. Die Menschen hier erinnern sich an Gott und ihre guten Erfahrungen mit ihm. Und sie wenden sich deshalb wieder und wieder an ihn. Es ist ein Gesang, ein Lied – dieser Psalm 85- ein Lied, das von der Erinnerung an Gnade, an Erlösung, Vergebung und Geschont-werden, das von Versöhnung singt.
Im ersten Teil singen sie zunächst von all ihren Erinnerungen.
Es heißt hier:
2Herr, du hast dein Land wieder lieb gewonnen
und (du hast) das Schicksal Jakobs zum Guten gewendet.
3Du hast deinem Volk die Schuld vergeben
und alle Sünden hast du ihm verziehen.
4Du hast deinen ganzen Ärger aufgegeben
und deinen glühenden Zorn verrauchen lassen.
5Gott, du bist unsere Hilfe, stell uns wieder her!
Sei nicht länger so aufgebracht gegen uns!

Gute Erfahrungen haben sie gemacht, mit Gott. Sie hatten ihr eigenes Ding gedreht, Gott hatte sich geärgert, aber er wandte sich ihnen trotzdem wieder zu. Wenn sie zurückschauen, dann erinnern sie sich an Gutes. Und so tun sie, was jeder Mensch tun würde, wenn die Dinge nicht so laufen wie sie sollen: Sie wenden sich dahin, wo sie schon einmal Unterstützung und Hilfe erfahren haben. Hier ist es Gott, zu dem sie kommen.

Sich zu erinnern öffnet also nicht selten Perspektiven für das Heute und das Morgen.
Das erfahren wir selten so deutlich wie im Monat November. Die Gedenktage geben die Richtungen der Erinnerung vor. An Allerheiligen gedachten die Katholischen Christen ihrer Verstorbenen; wir tun genau das in zwei Wochen am Ewigkeitssonntag. Und wir wissen, dass dieses Erinnern an geliebte Menschen uns Zugang zu dem gibt, was sie uns bedeutet haben und was sie uns hinterließen an Prägungen und Lebensorientierungen.
Wir befinden uns im November auch in einer Zeit der Buße und der Vergegenwärtigung von Schuld und der Sehnsucht nach Vergebung. An einem 9. November brannten die Synagogen – wir ringen mit unserer Geschichte. Und wissen von daher, was wir für die Zukunft verhindern müssen und was im Guten zu tun ist.

Ja, seine Hilfe ist denen nahe, die zu ihm gehören.
Dann wohnt seine Herrlichkeit wieder in unserem Land:
Güte und Treue finden zueinander.
Gerechtigkeit und Frieden küssen sich.
Treue wächst aus der Erde empor.
Gerechtigkeit scheint vom Himmel herab.
Auch schenkt uns der Herr viel Gutes,
und unser Land gibt seinen Ertrag dazu.
Gerechtigkeit zieht vor ihm her
und bestimmt die Richtung seiner Schritte.

Ein Lied, das Zukunft verspricht. Aus der Frage, warum ER (Gott) all das zulassen kann, was Menschen erlebten und erleben, wird die zaghaft aufkeimende Hoffnung, dass dieser Gott zurechtbringt, was fehlte; dass er heilt, was zerbrochen ist, und entlohnt, was lohnte.

Wie er das macht? Mir scheint, es ist ein Geben und Weitergeben. Indem Gott nahe ist seinen Menschen, macht er sie fähig, zu wirken - in Gottes Welt hinein zu wirken. Sie – nein wir – sind dann die Friedens- und Hoffnungsbringer. Wir sind es, die für Gerechtigkeit sorgen, gestärkt von der Erinnerung, dass Gott ein gerechter zu uns ist. Wir sind es, die in Güte und Treue das Leben zu leben versuchen, weil wir wissen, dass es darum in der Gotteswelt geht. Wir sind es, die sich für Gerechtigkeit einsetzen, weil dann Frieden entsteht.

Und Gott? Legt er sich angesichts unseres Wirkens zur Ruhe?

Mitnichten! In der letzten Zeile des Liedes heißt es: „Gerechtigkeit zieht vor ihm her
und bestimmt die Richtung seiner Schritte“.
Gott und seine Menschen bleiben ein Team! Wohin wir unsere Anstrengungen nach gerechteren Strukturen richten, da wird auch Gott sein und sie stärken und stützen.
Wo wir Ansätzen von neuem Frieden bauen, da wird Gott seine Kraft hineingeben, dass wir nicht scheitern, sondern dass viel mehr der noch kleine Frieden Raum gewinnt und wächst.

Wenn wir also zu verzagen drohen angesichts des Zustandes unserer Welt, dann erinnern wir uns und gehen dahin, wo auch schon unsere Vorväter und Mütter Hilfe und Zuversicht gefunden haben. Singen wir das Lied der Erinnerung und der Hoffnung und der Zuversicht. Amen.

Noch einmal Psalm 85: (Übersetzung: BasisBibel)
Herr, du hast dein Land wieder lieb gewonnen
und das Schicksal Jakobs zum Guten gewendet.
Du hast deinem Volk die Schuld vergeben
und alle Sünden hast du ihm verziehen.
Du hast deinen ganzen Ärger aufgegeben
und deinen glühenden Zorn verrauchen lassen.
Gott, du bist unsere Hilfe, stell uns wieder her!
Sei nicht länger so aufgebracht gegen uns!
Willst du denn für immer auf uns zornig sein?
Soll sich dein Zorn noch ausdehnen
von der einen Generation auf die andere?
Willst du uns nicht wieder neues Leben schenken?
Dann wird sich dein Volk über dich freuen.

Herr, lass uns doch deine Güte erfahren!
Wir brauchen deine Hilfe, gib sie uns!
Ich will hören, was Gott zu sagen hat.
Der Herr redet vom Frieden.
Er verspricht ihn seinem Volk und seinen Frommen.
Doch sie sollen nicht mehr zurückkehren
zu den Dummheiten der Vergangenheit!

Ja, seine Hilfe ist denen nahe, die zu ihm gehören.
Dann wohnt seine Herrlichkeit wieder in unserem Land:
Güte und Treue finden zueinander.
Gerechtigkeit und Frieden küssen sich.
Treue wächst aus der Erde empor.
Gerechtigkeit scheint vom Himmel herab.
Auch schenkt uns der Herr viel Gutes,
und unser Land gibt seinen Ertrag dazu.
Gerechtigkeit zieht vor ihm her
und bestimmt die Richtung seiner Schritte.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Fürbittengebet

Gott,
wir danken dir für für dein Wort.

Wir danken dir für die Zeichen der Hoffnung,
die du immer wieder all der Hoffnungslosigkeit in der Welt entgegenstellst,
für den Trost, mit dem du unserer Trauer begegnest,
für den Mut, mit dem du uns in unserer Schwachheit stärkst.

Wir danken dir für das Licht, das du in die Welt gesandt hast,
damit die Dunkelheit in uns und um uns herum nicht zu groß wird.

Wir bitten dich für die Menschen,
die von Krieg und Gewalt bedroht sind.
Für alle, die in Angst leben,
die resignieren und verzweifeln.
Schenke ihnen Mut und immer wieder neue Hoffnung.
Wir bitten dich für alle,
die nicht einmal das nötigste zum Leben haben:
etwas zum Essen, warme Kleidung und ein Dach über dem Kopf.
Schenke ihnen Kraft und Hilfe, damit sie ihren Glauben nicht verlieren.

Wir bitten dich für die Kranken und Schwachen,
für die Traurigen und Enttäuschten.
Besonders für die Jungen, die in diesem Tagen
in Glasgow Veränderungen für unsere Zukunft anmahnen.
Sie sollen ernst genommen werden!

Wir bitten dich für uns.
Lass uns nicht blind werden und taub
Für all das Bedrückende und Bedrohliche, das uns umgibt.
Gib uns einen wachen Verstand, offene Augen und Ohren,
und eine Stimme für alle,
die stumm geworden sind in dieser Gesellschaft.
Gib uns die Kraft, die wir brauchen,
um zu tun, was wichtig ist.
Gib uns Ideen und Phantasie.
Gib uns Gelassenheit und Fröhlichkeit.
Lass gelingen, was wir uns vorgenommen haben.
Schenke uns deinen Segen
und lass deine Gedanken unsere Gedanken,
dein Wort unser Wort,
deine Tat unsere Tat werden.

In der Stille bringen wir vor dich, was uns persönlich bewegt:
STILLE
Gott, wir vertrauen Dir. Wende alles zum Guten. Amen.

Segen Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir + Frieden. Amen.
Mit herzlichen Grüßen, Pfarrerin Brigitte Schöne
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Informationen:

Herzliche Einladung
- zu einer Andacht an St. Martin am 11.11.21 um 17 Uhr. Die Andacht findet open air statt mit anschließendem Laternenumzug. Ein weißes Pferd wird dabei sein! 
- zum Gottesdienst am 14.11. mit Katja Tobolewski. Sabine Erdmann begleitet an der Orgel.

Kollektenergebnisse am 31.10.21:
Für das Gustav-Adolf-Werk 196,13 Euro
Für die Kirchenmusik 214,60 Euro

Die Kollekte heute ist bestimmt für die Unterstützung und Entwicklung des Missionshauses Malche als kirchlicher Ort in unserer Region.
Ebenso sammeln wir für die Arbeit in unserer eigenen Gemeinde, diesmal für sozial-diakonische Zwecke.
Spendenkonto: IBAN: DE34 5206 0410 1803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Kennwort: Kollekte 07.11.2021
Wir leiten Ihre Kollekte zu 100% weiter! Gern senden wir auch eine Spendenbescheinigung zu.