Geistliche Angebote



Pfarrerin Brigitte Schöne und Pfarrerin Ulrike Klehmet

 

 

 

Der Himmel geht über allen auf

 

Christi Himmelfahrt feiern wir heute. Ein Feiertag, der einmal mehr von Jesus Christus spricht. Heute erinnern wir uns, dass Jesus da ist, dass er Macht hat an allen Orten und zu jeder Zeit. Denn nachdem Jesus gekreuzigt wurde und begraben, dann auferstand und dann – wie es heißt- „gen Himmel fuhr“, war plötzlich völlig neu zu fragen: Ist Jesus weiter mit uns, neben uns, bei uns? Aber wie, bitte?

Deshalb wird an Christi Himmelfahrt der Kirchenraum vielerorts verlassen, weil dann wie ein Sinnbild klar wird: Jesus ist da, überall wo wir sind ist auch er, unter dem weiten Himmel Gottes.

Himmelfahrt. Also: Den Himmel ins Auge fassen und dadurch der Erde und dem Erdengeschehen Hoffnung verleihen. Jesus entzog sich dem Blick der Jünger und – wie es heißt – „fuhr auf in den Himmel“. Damit berühren sich Himmel und Erde wieder neu. Suchen wir nach den Berührungspunkten, heute.

 

Lied

Wie lieblich ist der Maien (EG 501)

1) Wie lieblich ist der Maien
aus lauter Gottesgüt,
des sich die Menschen freuen,
weil alles grünt und blüht.
Die Tier sieht man jetzt springen
Mit Lust auf grüner Weid,
die Vöglein hört man singen,
die loben Gott mit Freud.

2) Herr, dir sei Lob und Ehre
für solche Gaben dein!
Die Blüt zur Frucht vermehre,
lass sie ersprießlich sein.
Es steht in deinen Händen,
dein Macht und Güt ist groß;
drum wollst du von uns wenden
Mehltau, Frost, Reif und Schloss'.
3) Herr, lass die Sonne blicken
ins finstre Herze mein,
damit sich's möge schicken,
fröhlich im Geist zu sein,
die größte Lust zu haben
allein an deinem Wort,
das mich im Kreuz kann laben
und weist des Himmels Pfort.

4) Mein Arbeit hilf vollbringen
zu Lob dem Namen dein
und lass mir wohl gelingen,
im Geist fruchtbar zu sein;
die Blümlein lass aufgehen
von Tugend mancherlei,
damit ich mög bestehen
und nicht verwerflich sei.

Aufnahme aus der Kilianskirche Heilbronn

https://video.link/w/xCBud

 

Psalm 47

Schlagt froh in die Hände, alle Völker,
und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!
Denn der Herr, der Allerhöchste, ist zu fürchten,
ein großer König über die ganze Erde.
Er zwingt die Völker unter uns
und Völkerschaften unter unsere Füße.
Er erwählt uns unser Erbteil,
die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt. SELA.
Gott fährt auf unter Jauchzen,
der Herr beim Schall der Posaune.
Lobsinget, lobsinget Gott,
lobsinget, lobsinget unserm Könige!
Denn Gott ist König über die ganze Erde;
lobsinget ihm mit Psalmen!
Gott ist König über die Völker,
Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.
Die Fürsten der Völker sind versammelt
als Volk des Gottes Abrahams; denn Gott gehören die Schilde auf Erden; er ist hoch erhaben. Amen.

 

Gebet

„Wie im Himmel, so auf Erden.“

Das wünschen wir uns,
Gott,
dass der Himmel,
dass dein Reich
unter uns
auf Erden sichtbar wird.

In der Erinnerung an Jesus Christus,
durch dessen Wirken
das leben,
so wie du es willst,
Gestalt gewonnen hat.,

und im Vertrauen auf den Heiligen Geist,
durch den du uns führst und begleitest
auf allen unseren Wegen
bis in Ewigkeit. Amen.

Die Tränen des Karfreitags sind getrocknet. Der Jubel über das leere Grab erklingt noch.
Aber vierzig Tage nach Ostern ist nun wirklich Zeit des Abschieds.
Jesus geht und hinterlässt Versprechen und Segen.
Hören von der Himmelfahrt wie sie der Evangelist Lukas erzählt.
Es sind die letzten Worte seines Evangeliums.

 

Evangelium

Lukas 24, 50-53

Er (Jesus) führte sie aber hinaus bis nach Bethanien und hob die Hände auf und segnete sie.
Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel.
Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

 

Gedanken zum Himmelfahrtstag

Liebe Freundinnen und Freunde des Himmelfahrtstages,

mit einfach Worten beginnt die Himmelfahrtsgeschichte: Er führte sie hinaus (Lk 24,50). Raus aus der Enge, hinein in die Weite unter Gottes großem Himmel. Viele Befreiungsgeschichten der Bibel beginnen mit eben diesen Worten: Er führte sie hinaus. Gott führt sein Volk aus der ägyptischen Knechtschaft, aus den Häusern der Unterdrückung und Ausbeutung hinaus ins Weite -die ersehnte Freiheit (Ex 12ff). Und im Psalm 18 jubelt ein Mensch: (...) als mir Angst war, rief ich den Herrn an und schrie zu meinem Gott (...) Er führte mich hinaus, er riss mich heraus; denn er hatte Lust zu mir. Worte voller Lebensfreude.

Auch die Geschichte von Himmelfahrt ist die einer Befreiung. Die Befreiung von der Angst, allein, hilflos und in Trauer gefangen zurück zu bleiben. Wer soll den Jüngerinnen und Jüngern nun Gott so nahebringen, wie Jesus es in seinen Reden vom Reich Gottes geschafft hat? Wer soll sie nun befreien von ihren Rollen als Ausgrenzte, Arme, von den Römern Unterdrückte, wenn nicht Jesus, der ihnen die Weite des Himmels öffnete, indem er ihnen auf den Kopf zusagte: Du wirst dich nicht der blinden Gewalt hingeben, sondern Frieden bringen und so ein Gotteskind genannt werden?

Jesus, ihr Rabbuni, hatten den Jüngerinnen und Jüngern die Angst genommen. Das ging nicht über Nacht. Das braucht Zeit. Und einen Weg von 40 Tagen. Ein Weg voller Dramatik. Erinnern wir uns: Sechs Wochen zuvor bereiten sich die Jünger auf das Pessachfast mit Jesus vor. Sie glauben, die ganze große Offenbarung stünde bevor. Geh‘ nach Jerusalem, hatten die Jünger Jesus voller Hoffnung gesagt, dass dort ihre Bewegung groß werden würde und Jesus sich allen als Messias und König zeigen würde. Erlebt haben sie das Gegenteil, haben ihren Jeschua sterben sehen wie sonst nur Verbrecher.
Und dann, nach der erdrückenden Stille des Karsamstags, erleben sie den Ostermorgen. Langsam klappt in ihr Bewusstsein: Jesus lebt. Er ist gegenwärtig, irgendwie präsent, wenn sie das Brot brechen und die Bibel auslegen. So jedenfalls erzählt es Lukas in seiner Emmausgeschichte.

Ich male mir aus, wie die Jüngerschaft seit Ostern langsam wieder festen Grund unter die Füße bekommt und spürt: Wir sind ja nicht allein! Auf geheimnisvolle Weise erleben wir Jesu Christi Gegenwart. Kraftvoll und voller Leben.

Als Jesus nun draußen vor Bethanien gen Himmel fuhr- vermutlich vom Ölberg aus-, da empfinden die Jüngerinnen und Jünger das nicht als einen Bruch, nicht als abruptes Ende einer gerade wieder gewonnenen Verbindung. So lese ich die kurzen Verse der Himmelfahrtsgeschichte im Lukasevangelium
Es ist vielmehr ein weiterer Weg, der sich öffnet: Christus geht, aber in der Welt bleibt sein Segen und sein Geist. Für Martin Luther ist Christus sogar noch präsenter als zu den Zeiten, als er mit der Jüngerschaft durch Galiläa zog: "Wenn Jesus auf Erden und sichtbar vor den Leuten geblieben wäre, hätte er nicht so viel schaffen können.“ Schreibt Martin Luther, und weiter: „Darum hat er eine Weise angefangen, auf die er mit allen zu schaffen hat und in allen regieren, bei allen sein und allen predigen kann, damit sie alle hören. Darum hüt dich ja zu denken, er sei nun weit weg von uns. Im Gegenteil: Als er auf Erden war, war er uns zu fern, jetzt ist er uns nahe!"

Wenn wir, ungeheure 2000 Jahre später, das Brot in Erinnerung an Christus segnen und teilen und, wenn wir die Taufe wie die von Hannes heute feiern, die Bibel lesen und auslegen, dann lassen wir Christus gegenwärtig werden. Den Christus, der uns anfragt in unserer Selbstgenügsamkeit, in unserer Trägheit, aber auch der Christus, der uns in diesen Wochen tröstet und aus unserer Ohnmacht und Ratlosigkeit herausführt: Wege zum Frieden sind möglich.

„Und als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr gen Himmel; sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude.“, so berichtet der Evangelist Lukas von der Himmelfahrt Jesu.
In großer Freude sind die Jünger und Jüngerinnen gewesen, freudig trotz des Abschieds, der eben kein Abschied, sondern der Beginn von etwas Neuem war.
Aus der Freude über Jesu Gegenwart leben, beten und feiern wir bis heute. AMEN

 

Gebet

Gott, der Himmel ist, wo du bist.
Im Himmel und auf Erden bist du, manchmal uns fern und dann zugleich so nah wie eben in der Tau-fe. Reiß die Wolken auf und wirke unter uns mit deinem Segen und deiner Liebe.

Christus, aufgefahren in den Himmel: Dein Frieden wird auf der Erde gebraucht. Vertreib die Diener des Todes von ihren Thronen, es sind so viele! Erlös die Welt von Krieg, Gewalt und Hass. Führe uns auf Wegen zu einem gerechten Frieden. Durchdringe unsere Herzen. Denn du bist unser Friede.

Himmlischer Geist, der du die göttliche Kraft unter uns entfachst.
Schenk uns Wege, unserem Täufling Hannes die Schönheit und Kraft des Glaubens zu eröffnen. Lass ihn getragen sein in der Liebe Gottes auf seinen Lebenswegen.

Gott, überall ist dein Himmel, reiß die Wolken auf für deine Schöpfung und für uns. Das bitten wir durch Jesus Christus, der bei dir im Himmel ist und bei uns auf Erden, wenn wir ihm nachfolgen und Raum geben.

In der Stille bringen wir vor Dich, was uns am Herzen liegt. 

Vaterunser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 

Lied

Meine Hoffnung und meine Freude (SG 143)

Meine Hoffnung und meine Freude,
meine Stärke, mein Licht:
Christus meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht,
auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.
Gesang aus Taizé © Ateliers et Presses de Taizé, 71250 Taizé, Frankreich

Aufnahme aus der Kilianskirche Heilbronn

https://video.link/w/2DBud

 

Segen

Gott segne Dich und er behüte Dich.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden. Amen.

 

Mit herzlichen Grüßen, Pfarrerin Brigitte Schöne

Teilen Sie mir gern Ihre Gedanken zum Gottesdienst oder Ihre Anregungen mit - ich freue mich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Anruf: 030-84850080 (mit Anrufbeantworter)

 

Informationen

Gottesdienste: HERZLICHE EINLADUNG zu unseren Gottesdiensten:

Sonntag Estomihi, 29.05.22, 10 Uhr: mit Pfarrerin Gabriele Helmert und Karin Bocher (Kirchenmusik) in der Kirche.

Pfingstsonntag, 05.06.22, 10 Uhr, feiern wir hoffentlich wieder im Gemeindegarten mit Blick auf unsere Kirche einen Abendmahls- und Taufgottesdienst mit Pfarrerin Brigitte Schöne. Wieder erklingt schöne Musik mit Sabine Erdmann (Klavier).
Zum Abschluss des Gottesdienstes: Wir lassen Tauben fliegen!
Herzliche Einladung auch zu einem Tauf- und Familiengottesdienst um 15 Uhr in unserer Kirche. Es begrüßen Sie Pfarrerin Brigitte Schöne, Katja Tobolewski und Alb-recht Gündel-vom Hofe (am Klavier).

Pfingstmontag, 06.06.22, 9.30 Uhr: Regionalgottesdienst in der Dorfkirche Giesensdorf. Die Predigt hält Pfarrerin Theresa Dittmann.

 

Kollektensammlung

Die Kollekte am heutigen Himmelfahrtstag sammeln wir für je zur Hälfte für das CVJM Ostwerk + CVJM Schlesische Oberlausitz e.V. Und wir sammeln für die Kirchenmusik in unserer Gemeinde!

Spendenkonto: IBAN: DE34 5206 0410 1803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Kennwort: Kollekte Himmelfahrt 2022
Wir leiten Ihre Kollekte ggf. weiter! Gern senden wir auch eine Spendenbescheinigung zu.