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Psalm, Musik, Andacht und Fürbittengebet von Prädikant Hans-Joachim Fentz

Am Sonntag Epiphanias, dem Dreikönigstag, feiern wir die „Erscheinung des Herrn“, ein wahrlich königliches Fest: denn in Christus kommt Gott selbst. Und der Stern über Bethlehem zeigt den Weisen aus dem Morgenland den Weg zu Jesus, dem Retter und Licht der Welt. „Gott hat uns einen hellen Schein in unser Herz gegeben“, schreibt Paulus (2. Kor. 4, 6). Zu allen Zeiten wurden und werden Menschen von seinen Strahlen getroffen. Und wer diesen Schein in sich spürt, der wird selbst zum Lichtträger.

Der Wochenspruch steht im ersten Johannesbrief:
Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt (1. Joh. 2, 8)

Lied

Wie schön leuchtet der Morgenstern (EG 70)

https://www.youtube.com/watch?v=3IGXK4vI8CI

Wie schön leuchtet der Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn uns herrlich aufgegangen.
Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, du hältst mein Herz gefangen.
Lieblich, freundlich, schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, hoch und wunderbar erhaben.
Gieß sehr tief in mein Herz hinein, du leuchtend Kleinod, edler Stein, die Flamme deiner Liebe
und gib, dass ich an deinem Leib, dem auserwählten Weinstock, bleib ein Zweig in frischem Triebe.
Nach dir steht mir mein Gemüte, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe mich entzündet.
Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mich mit den Augen dein gar freundlich tust anblicken.
Herr Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken.
Nimm mich freundlich in die Arme und erbarme dich in Gnaden. Auf dein Wort komm ich geladen.
Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet.
Er hat mich ganz sich angetraut, er ist nun mein, ich seine Braut; drum mich auch nichts betrübet.
Einst wird mein Hirt mir auch geben himmlisch Leben bei ihm droben; ewig soll mein Herz ihn loben.

Psalm 72

(Übertragung nach: Gute Nachricht)

Herr, bei dir suche ich Zuflucht; enttäusche nicht mein Vertrauen!
Rette mich, befreie mich, wie du es versprochen hast!
Hör mich doch, hilf mir!
Sei mir ein sicheres Zuhause, wohin ich jederzeit kommen kann!
Du hast doch zugesagt, mir zu helfen; du bist mein Fels und meine Burg!

Meine Feinde stecken die Köpfe zusammen; sie beraten schon, wie sie mich umbringen können: „Gott hat ihn verstoßen“, sagen sie; „Los, ihm nach! Packt ihn! Jetzt gibt es keinen mehr, der ihm hilft.“ Gott, du bist so weit weg! Komm doch, mein Gott, hilf mir schnell!

Bis heute erzähle ich von deinen Wundern. Auch jetzt, wo ich alt und grau geworden bin, verlass mich nicht, mein Gott! Kindern und Enkeln will ich erzählen, wie mächtig du bist und wie gewaltig deine Taten sind.

Gott, deine Treue reicht bis an den Himmel! Du hast große Dinge vollbracht. Wer ist wie du?

Gebet

Unsere Unruhe bringen wir zu dir, Gott, dass du uns Ruhe gibst.
Den Eifer unserer Tage legen wir vor dir ab, dass du uns den Frieden schenkst.
Unsere kreisenden Gedanken richten sich auf dich, dass du ihnen ein Ziel gewährst.
Versäumnisse, Fehler und Schuld gestehen wir dir, dass du uns vergibst.
Komm zu uns, wenn wir jetzt benennen, was uns besonders beschwert: stilles Gebet
Bleibe bei uns Gott, und sende uns dein Licht. Amen.

Evangelium

Die Weisen aus dem Morgenland (Matthäus-Evangelium, Kapitel 2, 1 – 12)
Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten.

Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5, 1): „und du, Bethlehem im Lande Juda, bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.“

Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, dass auch ich komme und es anbete.

Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg wieder in ihr Land.
Wort des lebendigen Gottes

Predigttext

Jesaja 60, 1 – 6
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Und die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht. Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt, kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter auf dem Arm hergetragen werden.

Dann wirst du es sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird erbeben und weit werden, wenn sich die Schätze der Völker am Meer zu dir kehren und der Reichtum der Völker zu dir kommt. Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Midian und Efa. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen.

Gedanken zum Predigttext

Liebe Leserinnen und Leser,
Was für mächtige Bilder kommen einem beim Lesen dieser Vision des Jesaja in den Sinn! Die Völker der Welt machen sich auf nach Jerusalem, reich beladen mit Gold und Schätzen – sogar die Königin von Saba wird erwartet: ich denke sofort an Liz Taylor!

Doch im Ernst: die Wirklichkeit Israels ist damals völlig anders: zwar sind die Israeliten gerade zurück aus der Verbannung in Babylon und nach Jahrzehnten endlich wieder in ihrer Stadt, aber in was für ein Zuhause kommen sie zurück!

Es ist dunkel um sie herum: der Tempel liegt in Schutt und Asche, die Stadt ist ein Trümmerfeld. Wenige Reste früherer Schönheit, dazwischen nichts als Elend. Ihre Häuser sind verfallen. Niemand empfängt sie. Niemand freut sich über ihre Ankunft. Eine klägliche, jammervolle Rückkehr! Die Enttäuschung nimmt den Rückkehrern alle Kraft: wie kann es jetzt weitergehen? Wo bist du, Gott?

In diese Dunkelheit ruft einer hinein: „Mache dich auf, werde Licht“! Steh auf und leuchte! Er nennt sich Jesaja. Zwei Aufforderungen sind es, und im Hebräischen erkennt man die weibliche Form des Imperativs. „kumi, ori“. Gemeint ist damit Jerusalem. Steh auf! Leuchte! Denn dein Licht kommt. Gottes Herrlichkeit ist über dir.

Zwar ist es noch dunkel, aber schon jetzt soll Jerusalem aufstehen und leuchten, „denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!“ Gott kommt zurück in die heilige Stadt. In Jerusalem wird Gott erscheinen für alle Völker. Wie die aufgehende Sonne strahlt sein Licht auf. Da hat das Dunkel keine Chance mehr: es wird endgültig vertrieben.

Später schreibt der Prophet: „Die Sonne soll nicht mehr dein Licht sein am Tage, und der Glanz des Mondes soll dir nicht mehr leuchten, sondern der Herr wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein. Deine Sonne wird nicht mehr untergehen (…) und die Tage deines Leidens sollen ein Ende haben.“ (Jes. 60,19 und 20)  Unser ewiges Licht kommt – es erhellt unsere Existenz, es erleuchtet unsere Tage, auch die unabsehbar finsteren Tage. „Gott wird abwischen alle Tränen“, so steht es in der Offenbarung. Jesaja und der Seher Johannes im letzten Buch des Neuen Testamentes: beide sehen aus dem Dunkel ihrer Tage auf Gott und seine kommende Herrlichkeit.

Gott kommt zu uns: diese Gewissheit ermutigt. Sie weckt Hoffnung. Sie mobilisiert Kraft, sich der Wirklichkeit zu stellen: „Steh auf! Lass den Kopf nicht hängen! Weil Gott kommt, weil er ganz gewiss zu uns kommt, darum steh auf gegen alles Dunkel! Werde Licht! Gott kommt mit seinem Licht, heller als die Sonne. Gott führt uns in seinen neuen Tag.“

Mitten in der finsteren Jahreszeit feiern wir Epiphanias. Es ist noch dunkel, aber wir besingen das Licht: „Glaube ist der Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist,“ sagt ein Sprichwort. Denn schon vor den ersten Sonnenstrahlen pfeifen die Singvögel. Sie singen auf den Morgen zu, auch wenn das Licht noch auf sich warten lässt.

Es ist noch dunkel, aber Gott kommt in Jesus auf uns zu: Jesus, das Licht der Welt. Treffender können wir kaum ausdrücken, dass er eins ist mit Gott. Schöneres kann man von Jesus Christus nicht sagen als: er ist mein Licht – Gott vom Gott, Licht vom Licht.

Den Jesaja-Text hören und verstehen wir Christen als Hinweis auf Jesus. Wir sollten zumindest wahrnehmen, dass Juden den Text nicht so lesen. Wir Christen glauben: Gott selbst, das Licht, kommt auf uns zu in Jesus. „Steh auf! Leuchte!“ Wir beziehen das auf uns selbst. Paulus schreibt: „Gott hat es in unseren Herzen hell werden lassen, sodass wir auf dem Angesicht Jesu Christi den Glanz seiner Herrlichkeit erkennen.“ (2.Kor 4,6) Die Kerzen, die wir im Advent angezündet haben, die Lichter am Weihnachtsbaum: sie sind ein Hinweis auf das Licht, aber für viele sind sie nur noch Dekoration: die Kerzen werden gelöscht, und die Lichterketten verschwinden wieder im Karton.

Die Kerzen sind aber nicht nur christliche Folklore; sie bedeuten:
Gott kommt auf uns zu.
Ihn erwarten wir: immer.
Ihn erwarten wir: wir sind Singvögel. Wir singen auf den Morgen zu und spiegeln sein Licht.

Wir? Zuweilen gelingt uns doch höchstens ein: „Ach, Gott, wo bleibst du nur?“ Und wenn wir ehrlich sind, erkennen wir auch bei uns persönlich oft mehr Dunkel als Licht. Aber schauen wir weg von uns selbst und weisen auf Jesus: Für ihn ist kein Leben zu dunkel. Denn Licht geht von Jesus aus: Wärme, Freude, Liebe, Orientierung, Leben. Von Jesus darf ich hören: ich verurteile dich nicht. Dir ist vergeben. Zwischen dir und Gott ist alles jetzt in Ordnung. Bei Jesus darf ein Kranker hören: Dein Vertrauen hilft dir. Du sollst aufstehen, dich aufrichten und wissen: Gott sieht dich an. Bei Jesus hören wir alle: Ich lebe und ihr sollt auch leben. Jesus hat unser Dunkel geteilt. Er ist das Licht.

Mache dich auf, werde Licht!
Steh auf gegen das Dunkel!
Erwarte Gottes Licht, immer!
Sing vom kommenden Tag!

Amen.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Lied

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude (EG 66)

https://www.youtube.com/watch?v=725o1-OznYg

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude; A und O, Anfang und Ende steht da.
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!
Himmel und Erde, erzählet´s den Heiden: Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.

Jesus ist kommen, nun springen die Bande, Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden; er, der Sohn Gottes, der machet recht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande; Jesus ist kommen, nun springen die Bande.

Jesus ist kommen, der König der Ehren; Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt!
Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren; öffnet ihm Tore und Türen fein bald!
Denkt doch, er will euch die Krone gewähren. Jesus ist kommen, der König der Ehren.

Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden: komme, wen dürstet, und trinke, wer will!
Holet für euren so giftigen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Füll!
Hier kann das Herze sich laben und baden. Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden.

Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben. Hochgelobt sei der erbarmende Gott,
der uns den Ursprung des Segens gegeben; dieser verschlinget Fluch, Jammer und Tod.
Selig, die ihm sich beständig ergeben! Jesus ist kommen, die Ursach zum Leben.

Fürbittengebet

Großer Gott, du bist das Licht der Welt, wir aber wandern im Dunkeln.
Sag uns ein Wort, das uns den Weg leuchtet, den wir gehen können.
Guter Gott, dein Licht vertreibt die Finsternis, wir aber sind besorgt.
Lass es hell in uns werden, damit wir mutig das beginnen, was uns aufgetragen ist.
Gnädiger Gott, du lässt es strahlen über uns, wir aber haben einen engen Blick.
Lass uns sehen und staunen über das, was du uns schenkst.

Als Menschen in deinem Licht denken wir an all die, die es schwer haben in diesen Tagen:
Die krank sind oder im Sterben liegen.
Die sich um Angehörige kümmern und sorgen.
Die einsam sind.
Die in Ängsten gefangen sind.
Die im Streit leben.
Die kämpfen müssen für ihren Lebensunterhalt.
Die Verantwortung tragen und Entscheidungen fällen müssen.

Lass uns Menschen sein, die dein Licht empfangen haben, um sich daran zu freuen, um es weitergeben und hinauszutragen in unsere dunkle, schöne Welt.
Großer Gott, du bist das Licht der Welt.
Dein Licht vertreibt die Finsternis.
Du lässt es strahlen über uns. Amen.

Vater unser

Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Amen.

Mit herzlichen Grüßen, Prädikant Hajo Fentz

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Kollektensammlung

Studierendengemeinden
Viele Menschen in unserer Kirche haben ein Studium absolviert und in dieser Zeit Evangelische Studierendengemeinden (ESGn) kennen gelernt. In unserer Landeskirche gibt es sie in Berlin, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam. Oft lernen junge Erwachsene hier erstmals die Evangelische Kirche kennen. In den Studierendengemeinden werden Studierende seelsorgerlich begleitet, erleben und entwickeln eigene Formen von Gemeinde und praktizieren lebendige Ökumene, globales Lernen und interreligiösen Dialog.

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Kennwort: Kollekte 10.01.2021
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