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Lieder, Psalm, Andacht und Fürbittengebet von Prädikant Hajo Fentz

 


Bild: Kim Dae Jeung auf Pixabay

 

Wir sind mitten in der Passionszeit. Doch heute kommt der Sonntag „Laetare“ daher: „freut euch!“ Damit tanzt er kräftig aus der Reihe und soll mit „fröhlichem und tröstlichem Charakter“ von der Freude auf das kommende Osterfest künden. Man spricht deshalb auch vom „kleinen Osterfest“.

Beim Lesen der vorgegebenen Texte denke ich mir jedoch: „wo bleibt hier eigentlich die Freude?“ und: „irgendwie komisch, da passt so gar nichts recht zusammen!“ Auch der Predigttext (er ist auch gleichzeitig Evangelium und Wochenspruch) mit seiner umfangreichen, aber wichtigen Vorgeschichte macht da keine Ausnahme: alles ist irgendwie merkwürdig verworren… Mal sehen, wie es Ihnen geht!

Der Wochenspruch steht bei Johannes 12, 24:

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“

 


Lied

In dir ist Freude (EG 398)

In dir ist Freude in allem Leide, o du süßer Jesu Christ!
Durch dich wir haben himmlische Gaben, du der wahre Heiland bist;
hilfest von Schanden, rettest von Banden.
Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, wird ewig bleiben. Halleluja.
Zu deiner Güte steht unser G'müte, an dir wir kleben im Tod und Leben; nichts kann uns scheiden. Halleluja.

Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd oder Tod;
du hast's in Händen, kannst alles wenden, wie nur heißen mag die Not.
Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren mit hellem Schalle, freuen uns alle zu dieser Stunde. Halleluja.
Wir jubilieren und triumphieren, lieben und loben dein Macht dort droben mit Herz und Munde. Halleluja.

https://www.youtube.com/watch?v=8_eAXECRYyw

 

Psalm 84, 2 – 13

Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!
Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn;
mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.
Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott.

Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar.
Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!

Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund,
und Frühregen hüllt es in Segen.
Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion.
Herr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs!

Gott, unser Schild, schaue doch; sieh an das Antlitz deines Gesalbten!
Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend.
Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in den Zelten der Frevler.

Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.

Herr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt! Amen.

 

Evangelium und Predigttext

Johannes 12, 20 – 24 (Übersetzung aus der Guten Nachricht)

„Unter denen, die zum Fest nach Jerusalem gekommen waren, um Gott anzubeten, befanden sich auch einige Nichtjuden. Sie gingen zu Philippus, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und sagten zu ihm: „Herr, wir möchten gerne Jesus kennenlernen.“
Philippus sagte es Andreas, und die beiden gingen zu Jesus.

Er antwortete ihnen: „Die Stunde ist gekommen! Jetzt wird die Herrlichkeit des Menschensohns sichtbar werden. Amen, ich versichere euch: Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben, sonst bleibt es allein. Aber wenn es stirbt, bringt es viel Frucht.“
Wort des lebendigen Gottes

 

Gedanken zum Predigttext

Wenn man diesen Abschnitt richtig verstehen will, muss man die Kapitel davor lesen, denn da passiert viel und viel Chaotisches.

Johannes zeigt uns dabei einen zutiefst „menschlichen“ Jesus: immer mehr in die Enge getrieben, wird er zunehmend verzweifelt und barsch, seine frühere Souveränität geht verloren, und sogar seinen Jüngern gegenüber kann er sich nicht mehr recht verständlich machen.

Johannes also berichtet, dass es – Wochen vor der Kreuzigung – im Tempel in Jerusalem mehrfach zur Konfrontation mit den Gottesdienstbesuchern kommt; sie stellen Jesus zur Rede: „Wie lange willst du uns noch hinhalten? Sag es uns frei heraus: Bist du der versprochene Retter?“ (Joh. 10, 24). Bist Du derjenige, der uns von den Römern befreit? Da sie seine Antworten nicht verstehen, halten sie ihn wahlweise für verrückt oder besessen; manche wollen ihn sogar steinigen!

Jesus flieht daher an seinen Taufort am Jordan, um kurz darauf zu Maria und Martha nach Bethanien, einem Vorort Jerusalems, zu gehen. Deren Bruder Lazarus ist beim ersten Besuch zunächst krank. Dann – nachdem Jesus zwischenzeitlich weitergezogen aber bald wieder zurückgekehrt ist – ist Lazarus bereits 4 Tage tot. Jesus erweckt ihn. Und geht danach abermals „in den Untergrund“: jetzt flieht er nach Efraïm, einem kleinen Dorf am Rande der Wüste.

Inzwischen werden die Pläne der religiösen Würdenträger, sich Jesus zu entledigen, von Tag zu Tag konkreter; denn er ist eine Gefahr für sie, fürchten sie doch um ihren Einfluss: deshalb muss er weg – ein für alle Mal und endgültig: „Von diesem Tag an waren die führenden Männer fest entschlossen, Jesus zu töten.“ (Joh. 11, 53)

Diese letzten Wochen, die Johannes in den vorausgehenden Kapitel eindrücklich skizziert, sind für Jesus und bestimmt auch für seine Jünger die Hölle: zweimal steht Jesus kurz vor der Steinigung. Er hat Angst, er ist auf der Flucht, er verbirgt sich und zeigt sich nicht mehr in der Öffentlichkeit. Denunzianten melden der Religionsbehörde seine Aufenthaltsorte, und seine Verfolger sind ihm dicht auf den Fersen.

Und nun steht das Passafest bevor. Viele Menschen kommen zum Feiern nach Jerusalem und haben doch nur eine Frage: „Was meint ihr? Zum Fest wird er doch sicher kommen!“ (Joh. 11, 56).

Und Jesus kommt! „Da nahmen sie Palmzweige, zogen ihm entgegen vor die Stadt und riefen laut: Gepriesen sei Gott! Heil dem, der in seinem Auftrag kommt! Heil dem König Israels!“ (Joh. 12, 13).

Der Einzug in Jerusalem, meistens als Triumphmarsch dargestellt, erscheint mir eher wie eine Flucht nach vorne: denn die Masse der begeisterten Festbesucher bietet Jesus Schutz – zumindest vorübergehend. Doch Jesus weiß, was ihn erwartet; auf die Frage seiner Jünger, warum er denn ausgerechnet dorthin zurückkehren wolle, wo er fast gesteinigt worden wäre, antwortet er:
„Der Tag hat zwölf Stunden. Wenn jemand am hellen Tag wandert, stolpert er nicht, weil er das Tageslicht sieht. Lauft ihr aber in der Nacht umher, so stolpert ihr, weil das Licht nicht mehr bei euch ist. (Joh. 11, 8f)“

So sieht es also aus:
eine hysterische Masse schreit Hosianna;
Jesus weiß, dass er seinem Untergang entgegen geht;
das religiöse Establishment lauert im Hintergrund und wartet auf den rechten Zeitpunkt um zuzuschlagen.

Und in diese gewaltige Spannung, die sich bald entladen wird, trifft nun unser Predigttext (Joh. 12, 20 – 24):

„Unter denen, die zum Fest nach Jerusalem gekommen waren, um Gott anzubeten, befanden sich auch einige Nichtjuden. Sie gingen zu Philippus, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und sagten zu ihm: „Herr, wir möchten gerne Jesus kennenlernen.“

Philippus sagte es Andreas, und die beiden gingen zu Jesus.

Er antwortete ihnen: „Die Stunde ist gekommen! Jetzt wird die Herrlichkeit des Menschensohns sichtbar werden. Amen, ich versichere euch: Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben, sonst bleibt es allein. Aber wenn es stirbt, bringt es viel Frucht.“

Ganz banal fängt die Geschichte an: eine Gruppe ausländischer Festgäste möchten Jesus kennenlernen, diesen wundertätigen und wortmächtigen Rabbi aus der galiläischen Provinz, der sich heute vielleicht (und endlich) zum gottgesandten Messias ausrufen und den römischen Besatzern den Stuhl vor die Tür setzen wird. Da wollen sie dabei sein und vielleicht auch ein paar persönliche Worte aus ihm herauskitzeln. Und da sie an den Star dieser Veranstaltung nicht herankommen, wenden sie sich an einen seiner Mitarbeiter, Philippus: „Herr, wir möchten gerne Jesus kennenlernen.“

Vermutlich fühlt sich Philippus geschmeichelt, denn mit „Herr“ wird sonst nur Jesus angeredet. Er geht zu Andreas und sagt es zunächst ihm; ein weiterer Vermittler, und es hört sich fast schon an wie eine Jüngerhierarchie, die sich da aufgebaut zu haben scheint. Die Beiden arbeiten sich jetzt durch die Menschenmenge hin zu Jesus und tragen ihm den Gesprächswunsch vor.

Doch Jesus – vermeintlich auf dem Höhepunkt seines Wirkens – reagiert darauf gar nicht mehr; er ist mit seinen Gedanken bereits ganz woanders: „die Stunde ist gekommen!“

Jetzt erklärt sich mir übrigens auch der Psalm 84, der sich mir anfänglich nicht erschloss:
wenn ich ihn nämlich mit den Augen Jesu lese und bete, mit den Augen dieses zutiefst traurigen, verzweifelten und von Angst gequälten Mannes.
Mit den Augen Jesu, der sich danach sehnt eine sichere Bleibe zu haben, ein Nest wie die Schwalben.

Ich sehe Jesus, den Mensch, der sich nichts sehnlicher wünscht als die Geborgenheit Gottes. Amen.

 

Fürbittengebet

Gott des Friedens,
wir danken dir für alles, was uns zum Leben gegeben ist:
die Sonne und der Himmel, die Erde und das erste Grün,
das tägliche Brot und das saubere Wasser,
Schutz und Sicherheit und die Menschen um uns herum.

Gott der Barmherzigkeit,
wir bitten dich für alle, die es schwer haben in dieser Zeit:
für die Müden und Zermürbten, die Zornigen und Verzweifelten,
die Traurigen und Isolierten, die Überlasteten und Erschöpften.

Gott der Stille,
wir danken dir für alles, was unserer Seele hilft:
die Momente des Innehaltens, das Geschenk der Gelassenheit,
das trostreiche Wort, die überraschende Begegnung,
und die Musik.

Gott der Zuversicht,
Wir bitten dich für alle, die es schwer haben in dieser Zeit:
die in großer Sorge sind um ihre Familie, ihre Gesundheit
und um ihre Existenz;
die sich sorgen um unsere Stadt,
um unsere Johann-Sebastian-Bach-Gemeinde,
um unsere Zukunft.

Gott der Freude,
wir danken dir, dass du bei uns bist:
mit deinem Wort, das uns Richtung gibt,
mit deinem Geist, der uns inspiriert,
mit deiner Freundlichkeit, die uns freundlich sein lässt.

Besonders danken wir dir, dass wir heute zusammen sein können zu einer Zeit, wo doch so vieles unmöglich ist.
Wir bitten dich: Lass deinen Frieden und deine Barmherzigkeit,
deine Stille und Zuversicht und deine Freude in uns wirksam werden.
Heute und in dieser Woche.

 

Vater unser

Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.

Die Gebete unserer Konfis – bitte nehmen Sie diese auch in ihr Gebet auf.

Danke Gott!
Ich fand gut, dass ich nicht zur Schule musste.
Ich bin dankbar dafür, dass ich im Homeschooling gut klar komme und dass keiner aus meiner Familie positiv getestet wurde.
Ich danke für Gesundheit und eine 3-Tage-Wochenende.
Ich danke dir für schönes Wetter und die Zeit mit Freunden.
Danke, dass ich mich mit Freunden treffen kann und dass Basketballtraining möglich war.
Ich danke, dass ich trotz Corona viel Spaß haben kann.
Ich bin dankbar dafür, dass ich immer ein Haus überm Kopf hatte und warmes Essen.
Ich bin dankbar, dass ich so viel Spaß (in Form von Fußball) mit Bekannten und Freunden verbringen konnte und man wenigstens noch ein paar Sachen hat, die einem Freunde bereiten. Ich bin dankbar, dass ich meine engsten Freunde trotz Corona sehen kann.
Ich bin dankbar für meine Freunde und meine Familie und für alles, was sie mir ermöglicht haben.

Bitte Gott!
Gott, wir bitten dich, lass sich die Pandemie nicht noch weiter ausbreiten und lass die Infektionszahlen sinken und lass uns langsam und sicher in ein normales Leben ohne die vielen Einschränkungen zurückfinden. Bewahre meine Freunde und Familie vor Erkrankung. Niemand soll mehr daran sterben und bitte alle bald geimpft sein.
Ich bitte dich, dass uns bald mehr Sachen als diese paar wieder möglich sind und man wieder mehr Lust zum Leben hat.
Ich bitte, dass wir bald wieder im Verein Sport machen können.
Ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen der Konfis und meiner Freunde.
Ich bitte für weniger Stress , weniger Schulaufgaben und weniger Videokonferenzen.
Ich bitte, dass ich eine gute Note schreibe.
Ich bitte, dass es meiner Oma bald besser geht.
Ich wünsche mir von Dir, Gott, dass du jeden Menschen beschützt, dass du Menschen in Not hilfst, dass du niemanden allein lässt.
Ich bitte dich, lass alle Menschen glücklich sein.

Mit herzlichen Grüßen, Ihr Hans-Joachim Fentz.

Teilen Sie mir gern Ihre Gedanken zum Gottesdienst oder Ihre Anregungen mit - ich freue mich:. Oder melden Sie sich einfach: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Anruf: 030-8174047

 

Informationen

Ab dem 21.3.2021 werden wir sonntags wieder um 10 Uhr Andacht in der Kirche feiern. Bitte melden Sie sich vorab bis Freitagmittag an unter 030-8174047.

 

Kollektensammlung

Diakonie Katastrophenhilfe (aktuell: Libanon)

Die enorme Explosion im Hafen von Beirut am 4. August 2020 hat mehr als hundert Menschen getötet, etwa 4000 wurden verletzt und viele werden noch immer vermisst. Außerdem sind mehrere hunderttausend Menschen rund um den Hafen obdachlos geworden. Wir leisten Nothilfe.
Die Katastrophe hat das Land mitten in einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen. Die Krankenhäuser hatten schon zuvor keine Kapazitäten mehr, da der medizinische Nachschub eingebrochen war. Der Verfall der Währung hat die Preise für medizinisches Material vervielfacht. Hinzu kommen die seit Wochen stark zunehmenden Infektionen mit dem Coronavirus. Der Libanon braucht dringend internationale Hilfe.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/projekte/libanon-nothilfe


Wir danken für Ihre Spende.

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Oder:

Ev. Joh.-Seb.-Bach-Kirchengemeinde
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Kennwort: Kollekte 14.03.2021

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