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Psalm, Gebet und Andacht von Pfarrerin Brigitte Schöne

 

Bild von Larisa Koshkina auf pixabay

 

„Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“         (nach Lk 24,34)

„Er ist wahrhaftig auferstanden“ – so sprachen die Jünger, die auf dem Weg nach Emmaus Jesus begegnet waren und nun zu den anderen zurück nach Jerusalem kamen.
Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Leben – heißt das!
Neu werden - heißt das.
Die Köpfe heben und die Seele leicht werden lassen. Hineinschauen in das Leben
und Zukunft sehen.
Alles ist anders – alles wird anders.
Gott war und ist und bleibt nah.
Freude ist
an diesem Ostermorgen.
Gott bringt Licht in das Dunkel des Todes.
Mit den Frauen und ersten Zeuginnen hören wir die Botschaft:
Christus ist auferstanden! (Lk 24,6)

 

An Ostern feiern wir die Auferstehung zum Leben, die Gott uns in Jesus Christus geschenkt hat, heute und in Ewigkeit.

Wir feiern im Namen des Vaters, der am Anfang sprach: es werde Licht – und es wurde Licht,
im Namen des Sohnes, der uns immer wieder neu und auch heute ins Leben ruft,
und im Namen des Heiligen Geistes, der neuen Mut zum Leben in unser Herz trägt. Amen.

 

Liebe Leserinnen und Leser, Freude möge sich heute unter alles Schwere in unseren Seelen legen und es leicht machen, ja in den Himmel werfen. Freude darüber, dass wir den Sieg des Lebens feiern können im Angesicht der Gräber. Gott lässt es nicht beim Grauen und beim Tod. Gott führt heraus und er führt weiter.

Gesegnete Ostern Ihnen allen!

 

Oster-Psalm 118

Der Herr ist meine Macht und mein Psalm
und ist mein Heil.

Man singt mit Freuden vom Sieg
in den Hütten der Gerechten:
Die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Die Rechte des Herrn ist erhöht;
die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Ich werde nicht sterben, sondern leben
und des Herrn Werke verkündigen.

Der Herr züchtigt mich schwer;
aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit,
dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke.

Das ist das Tor des Herrn;
die Gerechten werden dort einziehen.

Ich danke dir, dass du mich erhört hast
und hast mir geholfen.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
ist zum Eckstein geworden.

Das ist vom Herrn geschehen
und ist ein Wunder vor unsern Augen.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

 

Gebet

Lebendiger Gott, du hast durch die Auferstehung deines Sohnes
dem Tod die Macht genommen
und lässt heute aller Welt das Heil verkündigen.
Nimm Kleinglauben und Zweifel von uns
und lass uns einstimmen in das Osterlob all derer,
die bezeugen, dass Christus von den Toten auferstanden ist
und für uns lebt in Ewigkeit. Amen

 

Lied

Wir wollen alle fröhlich sein (Ev. Gesangbuch Nr. 100)

1) Wir wollen alle fröhlich sein
in dieser österlichen Zeit,
denn unser Heil hat Gott bereit'.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

2) Es ist erstanden Jesus Christ,
der an dem Kreuz gestorben ist;
ihm sei Lob, Ehr zu aller Frist
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

3) Er hat zerstört der Höllen Pfort,
die Seinen all herausgeführt
und uns erlöst vom ewgen Tod.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

4) Es singt der ganze Erdenkreis
dem Gottessohne Lob und Preis,
der uns erkauft das Paradeis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

5) Des freu sich alle Christenheit
und lobe die Dreifaltigkeit
von nun an bis in Ewigkeit.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

https://www.youtube.com/watch?v=pBDkqE5gJiI

Hier eine Aufnahme zum Mitsingen:
https://www.youtube.com/watch?v=mnTQ6ps51XY

 

Liebe Leserinnen und Leser,
es ist nicht leicht, die Botschaft von der Auferstehung zu glauben.
Das sehen wir an den Frauen, die am Ostermorgen zum Grab gekommen sind.
Sie wollen einen lieben Toten aufsuchen
und hören stattdessen von einem, der lebt.
Kein Wunder, dass ihnen das erst einmal die Sprache verschlägt!
Aber das Schweigen hat nicht das letzte Wort behalten; sonst säßen wir nicht hier.

 

Evangelium

Markus 16,1-8

Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.
Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.

 

Gedanken zum Sonntag

Liebe Leserinnen und Leser,
es ist nicht leicht, die Botschaft von der Auferstehung zu glauben. Schon den ersten Zeuginnen, den beiden Marias und Salome, gelang es zunächst nicht. Wie auch? Sie kamen am Morgen zum Grab und wollten tun, was ihnen zutiefst am Herzen lag: den letzten Dienst am Verstorbenen tun, einen Dienst der Liebe und der Wertschätzung. Sie wollten dem Toten die Ehre geben. Und dann ist alles anders: Das Grab ist offen und vom Toten keine Spur.
Ein geschlossenes Grab, ein volles Grab, wäre, so merkwürdig das klingt und so genommen, kein Problem. Das hatten sie erwartet, nach allem, was sie erleben mussten. Aber so etwas? Das Grab vor ihnen ist offen und leer. Und nicht nur das: Da sitzt vielmehr, in Gestalt eines jungen Mannes, das blühende Leben. Mit dem Tod haben sie gerechnet. Mit dem Leben nicht.

Also braucht es Erklärungen für das leere Grab. Haben sie sich im Grab geirrt? Wurde der Leichnam entfernt oder gestohlen? War der Gekreuzigte vielleicht nur scheintod? – solche Überlegungen hat es im Laufe der Kirchengeschichte gegeben. Mit dem Tod haben wir, so genommen, kein Problem. Das ist wie es ist. Aber mit dem, was das leere Grab bedeutet, ist es problematisch. Das leere Grab ist vieldeutig.

Der junge Mann entpuppt sich als Engel. Das ist nicht nur gewöhnungsbedürftig, dass ist furchterregend. Dieser Engel ist Überbringer der Osterbotschaft, weil diese Botschaft von Gott zuallererst kein Mensch überbringen könnte. Wer würde glauben? Der Schrecken bleibt und so ist sein erstes Wort: „Entsetzt euch nicht!“ Regt euch nicht auf, fürchtet euch nicht.  
Ihr seid hier richtig, sagt der Engel, und dennoch seid ihr an der falschen Adresse. „Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden. Er ist nicht hier!“ Er sagt damit: Ihr habt hier am Grab Jesu nichts mehr verloren. Euren Jesus müsst ihr nicht mehr mit einem Grab in Verbindung bringen.
Das leere Grab ist vieldeutig. Eindeutig sind die Worte der Osterbotschaft. Sie erklingt für uns über den Gräbern unserer Lieben, über den Gräbern der Welt: Jesus Christus ist auferstanden, damit auch wir von der Auferstehung gepackt werden. Unsere Toten sind nicht tot. Sie leben in uns und durch uns. Vielmehr aber noch: Sie leben bei Gott. Das Leben endet nicht am Tod. Nie endet es da. Nicht für die Gestorbenen und nicht für die Lebenden mit all den Toden, die wir mitten im Leben erfahren. Seit dem leeren Grab von Jesus Christus ist das klar.

Doch es braucht Zeit, um zu begreifen. Auch die Frauen, die beiden Marias und Salome, sind entsetzt über das Unerwartete. Und sie schweigen. Zunächst. Sie schweigen wie ein Grab.

Ich finde das nachvollziehbar. Das erwartet doch keiner: Da ist Leere wo doch etwas sein sollte (ein Toter im Grab). Und nicht nur das, sondern sogar Leben sei da, wo doch Tod war. So sagte der Engel.

Es braucht mehr als Worte, selbst wenn sie aus eines Engels Mund kommen.

Insofern ist diese Ostergeschichte – so wie wir sie vorhin aus der Bibel hörten - wie abgebrochen. Sie ist noch nicht vollständig. Sie braucht noch den Blickwechsel. Unseren Blickwechsel – vom Grab, vom Tod hin zum Leben!

Die Frauen wenden sich mit dem Entsetzen im Herzen, aber auch mit dem Bild und den Worten des Engels um und gehen damit ins Leben. Und sie begreifen: Jesus ist nicht tot. ER ist weiter im Leben. Und sie begreifen wohl auch: Das Leben endet nicht im Tod. Nie. Auch nicht mit all den Toden, die wir im Leben erfahren. Das Leben bricht sich Bahn. Immer. Weil Gott es so will.

Wir haben es gut, dass wir die Natur haben, die uns mit ihrem Erwachen helfen kann, die Osterbotschaft ins Herz zu füllen. Mit ihrem Erwachen zu neuem Leben ist sie ein Sinnbild: Der Frühling bringt für unsere Sinne, die nur glauben, was sie sehen, Zeichen für Auferstehung in unsere Häuser und Herzen, in die Beklemmungen unserer Zeit. So soll es sein. Gott will es so! Amen.

 

Gebet

(von Dorothee Sölle)

Manche von uns sind so verzweifelt
dass sie nichts sagen können
dass sie nicht klagen können
sie bleiben stumm
ihr leben lang
gott bitte hör ihre klage
wenn sie vor dem geleerten glas sitzen
sieh ihren schrei in den fahrigen gesten
gott hör du was sie nicht sagen

Manche von uns sind so verzweifelt
dass sie nicht weinen können
sie habens verlernt
sie bleiben trockenen auges
ihr leben lang
gott bitte sieh ihre traurigkeit
vergib ihnen ihre versteinerung
und sammle die ungeweinten tränen

Manche von uns sind so verzweifelt
dass sie noch nie einen engel gesehen haben
sie leben ohne dass jemand sie fragt
frau warum weinst du
sie glauben dir eine geschichte nur halb
und bleiben allein beim weinen
gott bitte schick einen engel
zu fragen warum weinst du
schicke eine von uns zu fragen warum
damit wir alle nicht allein bleiben
vor den gräbern
wo unsere hoffnungen verscharrt liegen
und lehr uns klagen
und lehr uns weinen
und zeig uns die engel
die schon am grab auf uns warten

In der Stille bringen wir vor dich, was uns bewegt.

Stille

Gott, zeig auch uns die Engel, die auf uns warten.
Wir beten

Vaterunser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 

Segen

Gott segne Dich und er behüte Dich.
Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht und gebe dir Frieden. Amen.

 

Lied

Christ ist erstanden (Ev. Gesangbuch Nr. 99)
Text: Bayern/Österreich 12.-14. Jh.; die Melodie hat Ursprünge im 12. Jahrhundert

Christ ist erstanden
von der Marter alle;
des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden,
so wär die Welt vergangen;
seit dass er erstanden ist,
so lobn wir den Vater Jesu Christ'.
Kyrieleis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja!
Des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Aufnahme aus der St. Nikolaikirche Spandau, Christ ist erstanden - EG 99 - Kantor Bernhard Kruse (Orgel), Jörn Hoffmann (Trompete), April 2020

https://www.youtube.com/watch?v=rJSyUXhXHes

 

Mit herzlichen Grüßen, Pfarrerin Brigitte Schöne.

Teilen Sie mir gern Ihre Gedanken zum Gottesdienst oder Ihre Anregungen mit - ich freue mich. Oder melden Sie sich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Anruf: 030-84850080 (mit Anrufbeantworter).

 

Informationen

Wir feiern Andachten (Kurzgottesdienste)! Jeden Sonntag um 10 Uhr, bei Bedarf auch um 11 Uhr. Bitte melden Sie sich dazu über unsere website an: www.bach-kirchengemeinde.de

Oder telefonisch unter 030-8174047 (bis Freitag 12 Uhr) oder unter 030-84850080 (mit Anrufbeantworter).  
Am 11.04.21 wird Pfarrer Foerster Andacht halten, zusammen mit Timon Töpfer an der Orgel.

 

Kollektensammlung

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in unserer Landeskirche

Manche Kinder und Jugendliche sind sozial benachteiligt und haben massive Schwierigkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Sie erfahren meist nur Ablehnung und Ausgrenzung. In den Projekten der sozialdiakonischen Arbeit erhalten sie Zuwendung, die Erfahrung von Gemeinschaft und bekommen eine Ahnung von Liebe und Hoffnung. Dort erfahren sie, dass die bedingungslose Annahme des Menschen durch Gott tragfähig sein kann. Mit dieser Arbeit tragen wir dazu bei, Resignation unter Kindern und Jugendlichen abzubauen und eröffnen ihnen damit, neu ihren Weg in der Gesellschaft zu finden.
In Angeboten der Jugendsozialarbeit bekommen sie ein ihnen gemäßes Angebot, einen Berufsabschluss zu machen, eine berufsvorbereitende Maßnahme zu beginnen oder sie finden einen Ausbildungsplatz im geschützten Rahmen.
Weitere Informationen erhalten Sie unter:  www.akd-ekbo.de/sozialdiakonische-jugendarbeit

Ebenso sammeln wir für die Kirchenmusik in unserer Gemeinde. Derzeit haben wir regelmäßig Gäste in unseren Andachten, die sonst kaum Möglichkeiten des Musizierens haben. Ihre Musik ist große Freude und Stärkung für uns und wir geben zugleich Ermutigung und Unterstützung zurück.

Spendenkonto: IBAN: DE34 5206 0410 1803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Kennwort: Kollekte 04.04.2021

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