Psalm, Lieder und Gebete von Pfarrerin Brigitte Schöne
„Ein Päckchen Zukunft“

Biblischer Spruch für die Woche:
„Selig sind, die Frieden stiften;
denn sie werden Gottes Kinder heißen.“
Matthäus 5, 9
Begrüßung
Liebe Gemeinde,
ich bin wieder da!
Und: Ich freue mich, Sie alle zu sehen. Wieder zu sehen!
Drei Monate Studienzeit liegen hinter mir, d.h. drei Monate dienstfreie Zeit.
Die meisten wissen, dass ich diese Wochen vor allem als Pilgerin verbracht habe.
Pilger kommen nie als dieselben zurück, als die sie losgegangen sind.
Sie bringen zunächst sich selbst verändert wieder mit. Für mich würde ich sagen: wieder etwas geerdet und in neuer Balance und gestärkt.
Manchmal haben Pilger auch Dinge dabei: Ich habe neue Socken für die Zurückgebliebenen mitgebracht. So richtig gute, mit denen man wirklich weite Spaziergänge oder Wanderungen machen kann.
So viele Sockenpaare, wie ich für Sie heute bräuchte, konnte ich allerdings nicht schleppen 😉. Eine der wichtigsten Regeln beim Laufen ist leichtes Gepäck!
Ihnen bringe ich allerdings neue Gedanken und Impulse mit, spirituelle Fundstücke sozusagen:
Lieder – Gebete – eine Predigt.
All das wird geprägt sein vom Thema Zukunft, vom Weg, der vor uns liegt.
Der Weg vor jedem von uns.
Der Weg vor uns als christlicher Gemeinschaft, als Johann-Sebastian-Bach-Gemeinde.
Manchmal sind die Wege eben,
manchmal steinig und rau, voller Schotter,
manchmal sonnengewärmt und von Vögeln begleitet.
Oft mit Weitblick und anderen Menschen,
die ihn neben und mit uns gehen.
Feiern wir zusammen Gottesdienst und vertrauen Gott, dass er uns hier und heute nahekommt. Amen.
Ein erstes Mitbringsel ist ein Lied, eigentlich ein Kanon, aber wir singen ihnen heute Morgen wie einen Kehrvers, dreimal:
Lied
Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel in den Himmel,
die Nacht ist verflattert.
Ein neuer Tag vor deiner Liebe. Herr, wir danken dir.
Ein neuer Tag vor deiner Liebe. Herr, wir danken dir.
Psalm 85, 9-14
Könnte ich doch hören,
was Gott der Herr redet,
dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen
Heiligen, auf dass sie nicht in Torheit geraten.
Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten,
dass in unserm Lande Ehre wohne;
dass Güte und Treue einander begegnen,
Gerechtigkeit und Friede sich küssen;
dass Treue auf der Erde wachse
und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;
dass uns auch der Herr Gutes tue
und unser Land seine Frucht gebe;
dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe
und seinen Schritten folge.
Frieden,
ein Weg ohne Torheit,
Gottes Hilfe denen, die Gottes Kraft für wahr halten,
in unserem Lande Frieden und Gerechtigkeit – sie küssen sich sogar…
So viele Hoffnungen und Träume auf einmal.
So viel Vertrauen in Gott…
Wie können wir so vertrauen? – Wir können es, weil unser Gott uns immer wieder Grund dazu gegeben hat, so auf ihn zu schauen.
Deshalb: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen!
Gebet
Guter Gott,
immer wieder beten wir,
bitten Dich,
klagen, weil Du nicht getan hast, wie es uns scheint.
Du sollst machen.
Dabei hast Du uns doch ausgestattet mit viel Vermögen.
Mit Begabungen und Gaben, mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, manchmal auch mit Herausforderinnen und Herausforderern.
Guter Gott,
immer wieder beten wir nicht.
Holen uns keine Kraft von Dir und auch keine Inspirationen. Sind verschlossen, weil wir uns ganz auf uns selbst und unsere eigenen Kräfte verlassen.
Ja, uns fehlt die Balance.
Dabei ist beides so wichtig: Selbst zu tun und ebenso Dich zu bitten.
Gott, vergib uns.
Zuspruch
Gottes Hilfe ist denen nahe, die Gottes Kraft für wahr halten.
Mit Gott ist es möglich, dass Güte und Treue einander begegnen,
dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen.
Darauf können wir bauen.
Gebet
Alles wird anders.
Immer wieder.
Nichts bleibt.
Nur du,
Gott,
bleibst.
Der, der du warst, und der, der du bist.
Gestern und heute.
Der wirst du auch morgen sein.
Treu und zuverlässig
An unserer Seite.
An allen Tagen
und auf allen Wegen.
Dafür danken wir dir, Gott. Amen
Predigt
„Ein Päckchen Zukunft“
Liebe Leserinnen und Leser,
Ich lese uns den biblischen Text, über den wir heute nachdenken.
Er steht bei Jeremia im 29. Kapitel:
Biblischer Text:
Dies sind die Worte des Briefes,
den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten,
die weggeführt waren,
an die Priester und Propheten und an das ganze Volk,
das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte nachdem der König Jechonja und die Königinmutter mit den Kämmerern und Oberen in Juda und Jerusalem samt den Zimmerleuten und Schmieden aus Jerusalem weggeführt waren.
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten,
die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen:
Baut Häuser und wohnt darin;
pflanzt Gärten und esst ihre Früchte;
nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter,
nehmt für eure Söhne Frauen
und gebt eure Töchter Männern,
dass sie Söhne und Töchter gebären;
mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet.
Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen,
und betet für sie zum HERRN;
denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl.
Denn so spricht der HERR:
Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen
und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen,
dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.
Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides,
dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.
Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten,
und ich will euch erhören.
Ihr werdet mich suchen und finden;
denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet,
so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR,
und will eure Gefangenschaft wenden
und euch sammeln aus allen Völkern
und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR,
und will euch wieder an diesen Ort bringen,
von wo ich euch habe wegführen lassen.
Predigt
Du sitzt am Frühstückstisch – hast Dich so gerade so aus dem Schlaf heraus gerappelt.
Und der erste Schluck Tee oder Kaffee oder Kakao sagt Dir: Ja, jetzt gehts so langsam los.
Dieses Gefühl wird nun untermalt von dem Geräusch eines herannahenden Lieferwagens.
Diese Lieferwagen sind ja heute oft wie fahrende Partyboxen. Die Fahrer haben ihre Lieblingsmusik auf volle Lautstärke gestellt und wenn sie halten und die Türe öffnen, wird die ganze Straße von einem dröhnenden Beat durchwummert.
So auch dieser Lieferwagen, nur dass der Händler das „Halleluja“ von Händel angestellt hat – sie kennen es sicher: 100 Menschen starker Chor, Pauken und Trompeten.
Die Tür des Lieferwagens geht also auf, die Straßenlaterne bebt vom „King of Kings and Lord of lords“.
Der Lieferwagenfahrer springt heraus und klopft tatsächlich an Dein Fenster. Du bist verdutzt, hast eigentlich nichts bestellt, nimmst das Päckchen aber natürlich trotzdem an.
Der Fahrer steigt wieder ein, und braust davon.
Du schaust ihm verdattert nach.
Das „Halleluja“ hängt noch so ein bisschen in der Luft.
Dann setzt Du Dich zurück an den Tisch und betrachtest das Päckchen: in großen Buchstaben steht ZUKUNFT darauf. Was ist da jetzt drin? Was erwartest Du?
Fragen wir uns das heute Morgen doch einmal bewusst: Wenn die Zukunft so verpackt vor Dir liegen würde, wenn Du über sie nachdenkst, welche Gefühle stellen sich da ein?
Ist da eher Unbehagen oder Neugier?
Überwiegen eher Sorgen vor bösen Überraschungen oder die Vorfreude auf glückliche Wendungen?
Erwartest Du ein volles Päckchen oder eher ein leeres? (…)
Die letzte Sinus-Jugendstudie hat ergeben, dass junge Menschen in Deutschland zu etwa 80 % optimistisch in ihre persönliche Zukunft schauen.
Aber: Weniger als die Hälfte der jungen Menschen, nämlich 44 % schauen auch optimistisch auf die Zukunft Deutschlands.
Und: Nur 36 % sehen sorgenfrei auf die Zukunft der Welt.
Jugendliche trennen offenbar genau zwischen einer unsicheren, schwer beeinflussbaren Welt und der eigenen kleinen Welt, die man doch gut gestalten kann.
Erwachsene tun das ebenso. Sie ziehen sich zurück in einen überschaubaren Lebenskreis und machen den sich schön.
Ich mach das auch.
Obwohl eigentlich unendlich viele Informationen über die Komplexität der Welt verfügbar sind, entscheide ich gezielt, was mich interessiert und was nicht.
Das ist auch verständlich, denn die gesamte Wucht negativer Nachrichten ist nicht auszuhalten.
Das Wegwischen der Nachrichten auf meinem Handy – mit einem kurzen Fingerschnipp – verstärkt das Gefühl, die Welt irgendwie im Griff zu haben.
Und nicht anders herum, nämlich von der Welt im Griff gehalten zu werden.
Die Welt scheint mir verfügbar.
Aber – und das ist die eigentliche Schattenseite – eigentlich greife ich nicht mehr wirklich in die Welt ein.
Das kleine Glück aus Wohlstand und Wohlergehen genügt mir.
Vom Rest grenze ich mich innerlich irgendwie ab.
Innere Emigration kann man das nennen – eine Auswanderung ins Eigene, Fluchtbewegung in eine gewisse Bewegungslosigkeit.
Der Horizont der Verantwortung schrumpft auf die Größe der eigenen Wohneinheit. Die Lust, sich einer unverfügbaren Wirklichkeit hinzugeben, wird immer geringer.
Ich fühle mich der realen Welt irgendwie abhandengekommen, weil ich auch nicht mehr das Gefühl habe, irgendetwas zu bewirken, etwas zu verändern, etwas Neues in die Welt zu bringen.
Hannah Arendt, deren 120. Geburtstag wir am 14. Oktober gefeiert hätten, spräche an dieser Stelle von Weltentfremdung.
Menschen verlieren den Bezug zu einer analogen gemeinsamen Welt: einer, in der man nach draußen geht, über die eigenen Standpunkte spricht und gern auch mal Standpunkte tauscht. Einer Welt, an der man beteiligt ist, die man mitgestaltet in einem zukunftsoffenen Miteinander.
Hannah Arendt hat als eine der größten Philosophinnen und Politiktheoretikerinnen des 20. Jahrhunderts selbst nicht an einen Gott geglaubt.
Ich möchte sie – die Jüdin – auch nicht für eine christliche Predigt vereinnahmen. Aber ihre Gedanken von Freiheit und Zukunft berühren auf atemberaubende Weise die Realität unseres prophetischen Textes aus dem Jeremiabuch. Und sie berühren unsere Realität, heute am 7. November 2026, mitten in Deutschland.
Jeremia schickt vor über 2500 Jahren ein Päckchen Zukunft nach Babylon. Jüdische Menschen sind dorthin aus Jerusalem verschleppt worden. Sie haben ihre Heimat verloren und ihre Freiheit. Sie fühlen sich unverbunden mit Gott und unverbunden mit der Welt, in der sie leben müssen.
Grundlage für jede Art von Depression.
Weltentfremdung gab es schon immer.
Und nun erreicht diese Menschen in der Fremde ein Päckchen.
Absender ist eigentlich Gott, Jeremia ist vielleicht der Bote mit dem lauten Lieferwagen.
Als sie das Päckchen öffnen, also den Text auf der Papyrusrolle lesen, merken sie gleich: das sind keine leeren Versprechungen.
Es liest sich als Ermutigung, aber auch als Zumutung. Denn 70 Jahre soll die Verbannung noch dauern. Das ist für manche ein ganzes Leben.
Was damit anfangen?
Das Erste, was ihnen beim Öffnen des Päckchens in die Hände fällt, ist eine Tüte mit Saatgut: „Pflanzt Gärten und esst ihre Früchte!“
Das meint so viel wie: Beginnt etwas, lasst etwas wachsen, haltet den Kreislauf des Lebens in Gang.
Angelegte Gärten nützen auch denen, die nach uns kommen.
Sie weisen über die eigene Bedeutsamkeit hinaus hin zu einer kollektiven Bedeutsamkeit.
In dem Päckchen findet sich auch eine eingewickelte Maurerkelle: „Baut Häuser!“
Das sagt vor allem: bewohnt die Fremde. Zieht euch nicht zurück in dem Gefühl, dass ihr sowieso nichts erreichen könnt, sondern schafft Raum zum Leben.
Gebaute Häuser geben euch einen Bezug, von dem ihr ausgehen könnt.
Sie dürfen allerdings nicht zum Rückzugsort werden, in dem jeder in Ruhe gelassen werden will.
Auch ein eingepacktes Babyfläschchen findet sich in dem Päckchen. Es sagt: „Bekommt Kinder, zeugt Söhne und Töchter!“
Denn in jedem Neugeborenen steckt die Fähigkeit zu einem völlig neuen Anfang. Jeder Mensch ist in der Lage, etwas in Gang zu setzen, was es vorher noch nicht gab.
Diesen Gedanken hat Hannah Arendt so formuliert: „Das Wunder, das den Lauf der Welt und den Gang menschlicher Dinge immer wieder unterbricht und von dem Verderben rettet (...), ist schließlich die Tatsache der Natalität, das Geborensein, welches die Voraussetzung dafür ist, dass es so etwas wie Handeln überhaupt geben kann.“
Und gemeinsames Handeln ist für Hannah Arendt im eigentlichen Wortsinn Freiheit.
Hannah Arendt hat selbst als Jüdin Gefangenschaft erlebt und musste ins Exil fliehen. Sie wusste, was Fremde bedeutet und wie lähmend die Vorstellung sein kann, nicht in die Welt zu gehören, in der man lebt.
Vehement sprach sie sich gegen den Rückzug ins innere Exil aus. Sie wusste: Freiheit entsteht da, wo Menschen aufhören, nur um den eigenen Lebensunterhalt und den eigenen Lebensgenuss zu drehen.
Freiheit entsteht, wo Menschen beginnen, die Welt, also den öffentlichen Raum gemeinsam zu gestalten.
In dem Päckchen findet sich noch ein Wörterbuch „Deutsch-Babylonisch“, versehen mit dem Auftrag: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie!“
Hannah Arendt würde sagen: Geht hinaus, betretet den Raum des Politischen, also den Raum der gemeinsamen Sorge um die Welt.
Wir können unser Glück nicht isoliert voneinander finden, in immer größerer Abgrenzung.
Nur gemeinsam entsteht Zukunft, indem wir uns einander zeigen, einander unsere Verschiedenheit zumuten, füreinander Gutes wollen.
In der Sprache des Gläubigen meint das auch: Betet für sie. Betet für die, deren Werte ihr nicht teilt und die euch fremd sind.
Im Gebet wird unsichtbar Zukunft gebaut.
Zukunft wächst, indem wir gegen die Resignation Gärten anlegen. Am besten mit anderen zusammen. Oder wenn wir aus den Früchten Kuchen backen und unter die Nachbarn verteilen, mit denen wir noch nie gesprochen haben.
Zukunft ereignet sich, indem wir die Welt innerlich wie äußerlich bewohnbar machen für jeden Menschen.
Auch in unseren Gesprächen, bei denen wir einander wie Neuland entdecken. Zukunft wird mit jedem neuen Menschen geboren.
Zukunft entsteht, wo wir mitdenken für den Ort, für die Stadt, die Region, in der wir leben.
Zukunft ist da, wo junge Menschen sich beteiligen – ich glaube, ihr werdet an vielen Orten hier in der Gemeinde offen empfangen. Aber es braucht Mut.
Wenn Gott sagt: „Ich gebe euch Zukunft und Hoffnung“, dann ist das eine Gabe, in der die Aufgabe eingepackt ist.
Oder – wie Hannah Arendt sagt – : „Wir kennen die Zukunft nicht, jeder handelt in die Zukunft hinein, (…) weil die Zukunft getan wird.“
Amen.
(Quelle: Schwanbergpfarrerin Esther Zeiher)
Fürbitten
Barmherziger Gott,
du Gott des Friedens und der Gerechtigkeit,
wir danken dir, dass deine Hand über uns ist,
dass du deine Welt nicht loslässt,
dass du Frieden willst
und Frieden wirkst für deine Schöpfung.
Wir bringen die Orte und Menschen vor dich,
die unter Krieg und Gewalt und Terror leiden.
Wir denken besonders an die Menschen
in der Ukraine, in Israel, in Gaza,
im Iran, im Sudan, im Kongo.
Überall ist so viel Leid, so viel Schmerz, so viel Hass.
Mach dem Leid ein Ende.
Wende die Herzen der Gewalttäter,
bewahre deine Welt vor neuen Kriegen
und hilf uns,
Wege des Friedens zu finden.
Stille
Wir bringen die Menschen vor dich,
in deren Zuhause kein Frieden ist,
weil Partner einander bedrohen und misshandeln;
weil Kinder in Gewalt und Lieblosigkeit aufwachsen müssen;
weil sexuelle Gewalt geschieht.
Schütze deine Menschen.
Schütze alle, die sich nicht wehren können.
Senke deinen Frieden auf unsere Familien und Gemeinschaften.
Lass deine Liebe heilen, wofür unsere Liebe zu schwach ist,
damit alle ein Zuhause im Frieden finden.
Stille
Wir bitten dich für alle,
denen der innere Frieden verloren gegangen ist.
Für alle, die nicht mehr schlafen können.
Für die, die immer zu viel arbeiten.
Für alle, deren Seele permanent im Alarmzustand ist,
die sich morgens vor dem Tag fürchten und abends vor der Nacht.
Lass sie deine Nähe spüren.
Lass sie in dir Ruhe finden.
Umfange sie mit deinem Frieden,
und schenke ihnen Zeiten der Stille und des Aufatmens.
Stille
Wir bringen die Menschen vor dich,
deren Leid unerkannt bleibt,
die kein Aufhebens machen,
deren Kummer niemand sehen kann
oder niemand sehen darf.
Lass sie spüren, dass du sie siehst,
dass du um sie weißt,
dass du ihr Schicksal wenden
und ihnen neue Freude schenken willst.
Stille
Wir bringen uns selbst vor dich,
mit allem, was uns Angst macht,
mit allem, was uns Kraft kostet,
mit allem, was uns wütend macht,
und mit allem, wonach wir uns sehnen.
Stille
Wir bringen die Menschen vor dich,
die wir lieben und um die wir uns sorgen,
und die, die uns das Leben schwer machen.
Wir sagen dir,
was uns heute besonders auf dem Herzen liegt.
Stille
Dir vertrauen wir uns an,
uns und deine ganze Welt,
und wir hoffen auf deinen Frieden.
(Nach Alexandra Dierks, Wochengebet der VELKD, www.velkd.de)
Vater Unser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.
Segen
Geht mit der Gewissheit, die im 4. Buch Mose formuliert ist:
„Der Herr selbst zieht vor dir her.
ER ist mit dir.
ER lässt dich nicht fallen und verlässt dich nicht.
Du sollst dich nicht fürchten und keine Angst haben. (Dtn. 31,8)
Ja, geht als Gesegnete:
Der Herr segne dich und er behüte dich.
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe dein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Mit herzlichen Grüßen, Pfarrerin Brigitte Schöne
Teilen Sie mir gern Ihre Gedanken zum Gottesdienst oder Ihre Anregungen mit – ich freue mich:
Informationen
Herzliche Einladung zum Gedenkkonzert am 9. November um 18:00 Uhr in unserer Kirche. In Erinnerung an die Pogrome am 9. November 1938 werden Gedichte der Lyrikerin Selma Meerbaum unter dem Titel „Gleich einer Symphonie in Grün“ erklingen. Das Trio um die jüdische Kantorin Aviv Weinberg (Gesang) mit den beiden Musikern Albrecht Gündel-vom Hofe (Piano) und Marcel Krömker (Kontrabass) sind in unserer Kirche zu Gast. 57 eindrucksvolle Gedichte sind von der als 19-jährige im KZ ermordeten Lyrikerin Selma Meerbaum hinterblieben. Einige dienten Albrecht Gündel-vom Hofe als Vorlage für eigene Liedkompositionen.
Am 11.11.2026 begehen wir den St. Martins-Tag. Nach einer Andacht um 16:30 Uhr in der Kirche ziehen wir mit Laternen durch unseren Kiez. Am Lagerfeuer teilen wir Gebäck und Punsch.
Am kommenden Sonnabend, 14.11.2026 laden wir wieder herzlich ein zur KinderKirche um 15:00 Uhr, wie immer mit einer biblischen Erzählung, Musik und im Anschluss Spielplatz- und Kaffeezeit.
Am kommenden Sonntag, 15.11.2026, 10:00 Uhr, feiern wir Gottesdienst mit Pfr. Oliver Matri und Dariusz Sobanski (Orgel) mit anschließender Gemeindeversammlung. Thema: Gemeinsame Zukunft mit der Johannesgemeinde.
Wir laden herzlich ein zum Vortrag in deutscher Sprache und Gespräch mit Dr. Sumaya Farhat-Naser am Montag, 16. November 2026 um 18:00 Uhr, im Sitzungszimmer in der Ringstraße 36, wo auch das Gemeindebüro der Johannesgemeinde ist.
Die christliche Friedenspädagogin und Autorin Dr. Sumaya Farhat-Naser aus Palästina kommt, wie schon in früheren Jahren, in die Johannesgemeinde. Das ist eine ganz besondere Chance, nicht nur aus den öffentlichen Medien, sondern aus erster Hand vom Leben der Palästinenserinnen und Palästinenser im besetzten Westjordanland zu hören.
Kollektensammlung
Die Kollekte sammeln wir für die Arbeit des Ökumenischen Frauenzentrums Evas Arche und des Stadtkloster Segen (je ½), sowie für die Gossner Mission, die in Nepal Familien unterstützt, die nach der tödlichen Flut im Katastrophengebiet immer noch auf Lebensmittel, Decken, Unterkünfte und seelischen Beistand hoffen.
Spendenkonto: Ev. Kirchenkreisverband Berlin Süd-West
IBAN: DE34 5206 0410 1803 9663 99
BIC: GENODEF1EK1
Kennwort: Kollekte 08.11.2026 (und gewünschter Verwendungszweck: Evas Arche oder Nepal)
Wir leiten Ihre Kollekte ggf. weiter! Gern senden wir auch eine Spendenbescheinigung zu.